Erntebericht 2017

Sehr wenig Raps und Roggen

LKW-Verladung ab Feld in Nordhessen.
-- , Fotos: mrs
LKW-Verladung ab Feld in Nordhessen.

Die deutsche Getreideernte wird einschließlich Körnermais insgesamt rund 45,3 Mio. t. erreichen und damit knapp unter der bereits unbefriedigenden Vorjahresmenge liegen. Der Abstand zum mehrjährigen Mittel beträgt 3,4 Prozent. Diese erste Bilanz zieht das Bundeslandwirtschaftsministerium aus den vorläufigen Ergebnissen der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE). Angesichts des schleppenden Ernteverlaufs sei eine Korrektur nach unten jedoch noch denkbar, merkt das BMEL an.

Weizen auf Vorjahresniveau

Die Weizenernte schätzt das Ministerium auf 24,5 Mio. t, dies entspricht in etwa dem Vorjahreswert. Die Hektarerträge beim Winterweizen schwanken regional sehr stark in Abhängigkeit von der Wasserversorgung in der Kornfüllungsphase. Im Bundesdurchschnitt werden wie im Vorjahr 7,7 t/ha erreicht und damit das mehrjährige Mittel um 1,8 Prozent verfehlt.

Roggen mit niedrigem Ertrag

Der Roggenanbau wurde wie schon in den Vorjahren weiter eingeschränkt. Zu der kleinen Fläche gesellen sich niedrige Hektarerträge von 5,0 t/ha im Bundesdurchschnitt. Die Roggenernte fällt auf nur 2,7 Mio. t. Dies wäre die niedrigste Erntemenge seit 2011. Problematisch sind jedoch auch die Qualitäten, wie die agrarzeitung in ihrer heutigen Ausgabe schreibt. Der Brotroggenanteil beträgt nach aktuellen Schätzungen etwa 50 Prozent. Damit ließe sich der deutsche Mühlenbedarf von 800.000 t Roggen problemlos decken, argumentieren die Mühlen.

Raps schmiert ab

Beim Winterraps, der in Deutschland bedeutendsten Ölsaat, wurde die Anbaufläche leicht eingeschränkt. In Verbindung mit enttäuschenden Hektarerträgen fällt die Erntemenge mit 4,3 Mio.t. noch kleiner als im Vorjahr aus. Das mehrjährige Mittel wird um 15 Prozent unterschritten. Die Ölgehalte der bisher im Rahmen der BEE untersuchten Rapsproben erreichen ebenfalls nicht das Niveau der Vorjahre.

Wintergerste profitiert von frühem Erntezeitpunkt

Im Vergleich zu anderen Getreidearten schneidet die Wintergerste in diesem Jahr am besten ab, da sie wegen ihrer frühen Abreife zu einem großen Teil vor Beginn des wechselhaften Wetters abgeerntet werden konnte. Die Erntemenge liegt mit 9,0 Mio.t um 7,6 Prozent über dem mehrjährigen Mittel. Unter den Sommerungen stellt die Sommergerste die wichtigste Getreidekultur dar. Bei stabiler Anbaufläche wurde mit 1,9 Mio.t eine deutlich höhere Sommergerstenernte als im Vorjahr eingebracht, berichtet das Ministerium weiter. Auch die Haferernte ist größer als 2016.

Qualität sehr heterogen

Die Qualität der Getreideernte 2017 kann vom BMEL zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilt werden, wird jedoch als sehr heterogen eingeschätzt. Die Druschproben aus der BEE sind erst zu einem kleinen Teil untersucht, sodass noch kein abschließendes Urteil möglich ist. Grundsätzlich kann man jedoch davon ausgehen, dass die früh geernteten Partien bessere Qualitätsparameter aufweisen. Überständiges Getreide kann dagegen vielfach nur noch als Futtergetreide oder zur Biogaserzeugung verwendet werden. (mrs)
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