Serbiens Maisernte vertrocknet


Serbien könnte in dieser Saison als Exportland für Mais ausfallen. Möglicherweise zieht die Regierung in Belgrad die Notbremse.

Serbien wird voraussichtlich nur eine halbe Maisernte einfahren. Von den ursprünglich erwarteten 7,0 Mio. t bleiben nach aktuellen Prognosen 3,5 bis 4,0 Mio. t übrig, berichtet das Belgrader Büro des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums USDA. Grund ist extreme Trockenheit und Hitze im Juni und Juli.

Im Vorjahr hatte Serbien nach internationalen Statistiken 6,3 Mio. t Mais geerntet und davon 1,8 Mio. t exportiert. In diesem Jahr waren zunächst nach einer reibungslosen Aussaat auf erweiterter Fläche ein Anstieg der Ernte und Exportmöglichkeiten mindestens auf Vorjahresniveau erwartet worden.

Mittlerweile kann sich das USDA-Büro vorstellen, dass die Belgrader Regierung einen Exportstopp für Mais verhängt. Denn die Lebensmittelpreise im Land steigen schnell. Da die Bevölkerung in Normaljahren bereits 40 Prozent des Einkommens für Nahrungsmittel ausgibt, ist die Stimmung gereizt.

Die Regierung in Belgrad hatte schon einmal im August 2007 bis zur Ernte 2008 einen Exportstopp für Mais und Weizen verhängt. Serbischer Weizen spielt, anders als Mais, zwar üblicherweise im Export keine große Rolle. Bei Weizen reichen jedoch schon Exporte von wenigen 100.000 t, damit die Versorgung im Land eng wird. (db)
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