Südamerika erhöht Druck auf Weizenbilanz


Die Weizenproduktion in Argentinien geht deutlich zurück. Die Getreidebörse in Buenos Aires berichtet von enttäuschenden Erträgen.

Auf nur noch 9,8 Mio. t beziffert die Börse in Buenos Aires jetzt die diesjährige Weizenernte, die in dem Land auf der Südhalbkugel gerade in vollem Gange ist. Das wären 320.000 t weniger als zuvor geschätzt. In der Saison 2011/12 hatten argentinische Erzeuger nach Angaben der Börse immerhin 14 Mio. t Weizen gedroschen. Für die aktuelle Ernte hat das US-Agrarministerium USDA in seinen Dezember-Wasde von Anfang der Woche noch vergleichsweise optimistische 11,5 Mio. t Weizen aus Argentinien in Aussicht gestellt.

Gut 42 Prozent der bisher eingefahrenen Ernte hätte Erträge unter 3 t/ha gebracht, heißt es weiter in dem wöchentlichen Erntebericht aus Buenos Aires. Private Analysten berichten unterdessen von Pilzbefall und niedrigen Hektolitergewichten.

Exporteure verfolgen die argentinische Weizenernte mit zunehmendem Interesse. Produktionsrückgänge in dem südamerikanischen Land würde den Druck auf die Bilanzen in Exportregionen wie Europa, den USA und den Schwarzmeerländern erhöhen – auch wenn die argentinische Regierung dazu neigt, die Weizenausfuhren strikt zu begrenzen.

Am Donnerstag hat das einflussreiche französische Analystenhaus Tallage in seinem Marktbericht „Stratégie Grains“ seine Exportprognose für die Europäische Union 2012/13 um 1 Mio. 1 auf 18,8 Mio. t erhöht. Diese Korrektur begründeten die Analysten mit geringer als erwarteten Ausfuhren aus Argentinien, schreibt agrimoney.com. (pio)
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