Ernte 2014

Trocknungskapazitäten an der Grenze

Die lang gezogene Ernte zehrt an den Nerven aller Beteiligten. Der Weizen lässt sich fast überall nur noch unter erheblichen Schwierigkeiten bergen. Im Rheinland stehen im Raum Aachen und Erkelenz noch etwa 20 Prozent auf dem Halm - vor vier Tagen wurde dort noch der letzte Raps gedroschen. Auch in Ostwestfalen und in den Höhenlagen der Eifel, des Hunsrücks und des Westerwaldes stehen noch 10 bis 15 Prozent der Weizenernte aus.
 
Partien mit guten Fallzahlen kamen am Wochenende nur noch in absoluten Ausnahmefällen herein. Überall hat die Auswuchsproblematik erheblich zugenommen. In Problemgebieten wird von bis zu 20 Prozent Auswuchs berichtet. Die Erfassungshändler hoffen darauf, dass sie die restliche Partie noch in Futterweizenqualitäten ernten oder entsprechend aufbereiten können.

Ein kleiner Teil ist jedoch bereits so stark geschädigt, dass nur eine Verwendung in Biogasanlagen möglich ist. Auf einigen Höhenlagen deutet sich bereits jetzt an, dass die extrem ins Lager gegangen Flächen nicht mehr geerntet werden können und gemulcht werden müssen.
 
Problematisch sind auch die Feuchtigkeitsgehalte, mit denen der Weizen vom Feld kommt. Im Schnitt ist der Weizen zwischen 17 und 22 Prozent nass. Vereinzelt wurden sogar noch höhere Werte gemessen, die sich gar nicht mehr trocknen lassen. Die Trocknungskapazitäten des Erfassungshandels sind bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet, so dass sogar große Erfassungsbetriebe auf Fremdtrocknungen ausweichen müssen, falls diese noch verfügbar sind.
 
Die hohen Trocknungskosten schlagen sich in deutlich niedrigeren Auszahlungspreisen an die Landwirtschaft nieder. Für Futterweizen, der zudem noch mit Auswuchs belastet ist und mit hohen Feuchtigkeitsgehalten angeliefert wurde, reduziert sich der Auszahlungspreis bis auf 90 €/t, berichten Landhändler im Westen. (St)
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