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Die Ausdehnung der Getreideanbaufläche in Deutschland brachte eine deutlich erhöhte Getreideernte hervor. Dennoch hat sich die Stimmung unter den Landwirten stark eingetrübt. Dieses Bild der Landwirtschaft zeichnete der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, bei der heutigen Erntepressekonferenz in Berlin.

Mit 47,1 Mio. t Getreide werde das niedrige Vorjahresergebnis um 16,1 Prozent übertroffen, das langjährige Mittel um 7,3 Prozent. Mit umfangreicheren Ernten in anderen EU-Ländern und Getreideexportnationen errechnete der DBV eine Weltgetreideernte von 2,1 Mrd. t. Dies entspreche ungefähr dem weltweiten Verbrauch, sodass ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werde, betonte Born. Die größeren Erntemengen würden mit niedrigeren Preisen bewertet, wobei insbesondere Roggen von einem Preisrückgang um 25 Prozent betroffen sei. Für die Veredelungs- und Getreideverarbeitungsbetriebe hingegen seien die Preisnachlässe Grund zum Aufatmen.

Die Stimmung der Landwirte sei aber, wie im Agrarkonjunkturbarometer im Juni ermittelt, deutlich eingetrübt. Die um bis zu 30 Prozent gestiegenen Kosten schlügen den Bauern auf's Gemüt, argumentierte Born. Er plädierte darum für eine stabile Aufwärtstendenz bei den Preisen für landwirtschaftliche Erzeugnisse und hofft dabei auf das Verständnis der Verbraucher. (brs)

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