Ernte 2016

Tschechien drischt im Mittelfeld


Das Statistikamt in Prag rechnet in seiner zweiten Schätzung für 2016 mit rund 7,2 Mio. t Getreide (ohne Mais). Anfang Juli war die Erwartung noch um etwa 200.000 t pessimistischer. Gegenüber der sehr hohen Vorjahresernte fehlen jetzt etwa 7 Prozent. Im Vergleich zum Fünfjahresmittel würde das aktuelle Ergebnis aber um etwa 2 Prozent steigen, relativiert die Behörde.

Die beiden mit Abstand dominierenden Getreidearten in Tschechien sind Weizen und Sommergerste. Die Weizenernte 2016 könnte im Vergleich zur sehr hohen Vorjahresernte um etwa 5 Prozent auf rund 5,0 Mio. t zurückgehen. Hier fällt vor allem ein voraussichtlicher Ertragsrückgang um 6 Prozent ins Gewicht, denn die Fläche ist leicht ausgedehnt worden.

Sommergerste erlebt Flächenverlust

Die Sommergerstenerträge könnten ebenfalls um 6 Prozent sinken. Zudem ist die Fläche deutlich um rund 15 Prozent geschrumpft, sodass die Ernte um 21 Prozent auf etwas mehr als 1,1 Mio. t zurückfallen soll. Tschechien ist in der EU ein bedeutendes Land für den Braugerstenanbau.

Zugelegt hat der tschechische Rapsanbau. Um 7 Prozent höher als im Vorjahr schätzt das Statistikamt die Fläche. Schwächer als im Vorjahr sind jedoch die Erträge. Deswegen steigt die Ernte im Vergleich zu 2015 nur um etwa 4 Prozent auf rund 1,3 Mio. t. Im Vergleich zum Fünfjahresmittel sind es jedoch immer noch 2 Prozent mehr.

Rumänien überholt bei Raps

Tschechien ist bisher fünftgrößtes Rapserzeugungsland in der EU gewesen. Die vorderen Plätze nehmen nach wie vor Deutschland, Frankreich, Polen und Großbritannien ein. In diesem Jahr kann es aber sein, dass Rumänien auf Platz 5 aufsteigt und Tschechien auf Platz 6 verweist. Rumänien hat nach Aussage von mehreren Marktbeobachtern in diesem Jahr Rekorderträge bei Raps eingefahren. Oil World hat die rumänische Rapserzeugung 2016 kürzlich auf fast 1,4 Mio. t geschätzt. (db)
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