US-Schätzer überbieten sich gegenseitig mit Prognosen für die Maisfläche zur neuen Ernte. Das private Analystenhaus Informa Economics übertrifft die Zahlen des USDA. Die einflussreichen Schätzer haben die Maisaussaat in den USA am Freitag mit 96,8 Mio. acres angegeben. Informa hat diese Zahl anhand von Umfragen Ende Mai sowie Bestandsbewertungen Anfang Juni ermittelt, wie die Nachrichtenagentur Reuters weiter berichtet. Das US-Agrarministerium (USDA) hat in seinem jüngsten Wasde-Report in der der vergangenen Woche die Maisfläche mit 95,9 Mio. acres angegeben. In beiden Fällen würden US-Erzeuger das größte Areal seit 1937 mit Mais bestellen.
 
Dass ein erheblicher Anteil der US-Farmer als Reaktion auf hohe Preise mehr Sojabohnen statt Mais angebaut hat als ursprünglich geplant, bestätigen die Informa-Zahlen Agenturberichten zufolge nicht. Sie sehen die Sojafläche aktuell bei knapp 76 Mio. acres und damit rund 200.000 acres höher als in ihrem Maibericht. Dennoch liegen die Analysten auch in dem Bereich höher als das USDA, das die US-Sojafläche aktuell bei 73,9 Mio. acres sieht.

Ende des Monats veröffentlicht das USDA seine am Markt viel beachtete Anbauschätzung für die Vereinigten Staaten. Die aktuell sehr hohen Prognosen für die US-Maisernte ziehen Marktteilnehmer und Analysten hierzulande indes in Zweifel. Die Ertragsprognose von 166 bushel je acre wäre nur unter optimalen Bedingungen zu erreichen, sagen sie. Doch zuletzt waren die Bedingungen im US-Maisgürtel zu trocken und zu heiß für die Pflanzen, die in diesem Jahr sehr früh in ihrer Entwicklung sind. (pio)
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