USDA-Bericht trifft auf ruhiges Kassageschäft


Entspannt blickt der deutsche Kassamarkt den neuen Schätzungen des US-Agrarministeriums (USDA) an diesem Dienstag entgegen. Das Interesse richtet sich vor allem auf die Maisprognose für 2012/13. Da derzeit das Handelsgeschehen am Kassamarkt ohnehin eher ruhig ist, zeigen sich Händler, Verarbeiter und Makler recht unaufgeregt mit Blick auf den neuen Report. „Bisher war der neue USDA-Bericht noch kein großes Thema“, hieß es am Montagmorgen aus Erfasserkreisen.

In seinen ersten weltweiten Ernteschätzungen (Wasde) für das kommende Wirtschaftsjahr im Mai 2012/13 hatte das US-Agrarministerium die US-Maisernte auf das Rekordniveau von knapp 376 Mio. t und die weltweite Produktion auf 946 Mio. t beziffert. Für die USA wäre das ein Plus von mehr als 60 Mio. t, weltweit von 75 Mio. t.

In norddeutschen Maklerkreisen regen sich Zweifel an der sehr optimistischen Schätzung für die US-Maisbilanz. „Das USDA legt seiner Prognose dermaßen hohe Erträge bei US-Mais zugrunde, die nur unter optimalen Bedingungen erreicht werden könnten“, sagte ein Makler agrarzeitung.de. Dass optimale Erträge erreicht würden, sei angesichts der zuletzt trockenen Witterung in den US-Maisanbaugebieten fraglich.

Im mitteldeutschen Erfassungshandel fragen sich Marktteilnehmer, in welchem Umfang das USDA jüngste Regenfälle sowohl in Europa als auch in der Schwarzmeerregion in der neuesten Weizenprognose berücksichtigen wird. Regional hat Regen sowohl in Teilen von Deutschland und Frankreich als auch am Schwarzen Meer für Entspannung gesorgt. Einkäufer aus der Verarbeitungsindustrie rechnen damit, dass das USDA die aktuelle Nachrichtenlage dahingehend berücksichtigt und eine Aufwärtskorrektur bei der Weizenschätzung vornehmen wird. Ein Gesprächspartner aus dem Erfassungshandel erwartet dagegen eher, dass die Anpassung im neuen Bericht am Dienstag noch nicht erfolgt sein wird. (pio)
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