USDA bremst impulslosen Markt zusätzlich aus


Zurückhaltung ist vor der USDA-Prognose am Freitag das Gebot der Stunde am Kassamarkt. An den Börsen dominieren die roten Zahlen.

Am norddeutschen Kassamarkt herrscht zur Mitte der Woche eine gewisse Lust- und Richtungslosigkeit. „Es gibt momentan keine großen Bären, aber auch keine Riesenbullen“, beschreibt ein Marktteilnehmer aus Niedersachsen die Stimmung. Mischer und Mühlen, so die Erwartungen aus Handels- und Maklerkreisen, werden wohl wieder ab dem zweiten Jahresquartal größere Aktivitäten zeigen.

B-Weizen, franko Hamburg, Basis Februar, wird heute Mittag mit 262 €/t bewertet. Doch nennenswerte Geschäftstätigkeiten finden hier nicht statt; allenfalls schieben Handelshäuser Papierkontrakte hin und her. Neugeschäft im Export ist derzeit schwierig zu generieren. Aktuell erschwert der feste Euro das Exportgeschäft aus Europa, da europäischer Weizen im internationalen Wettbewerb zu teuer ist.

Das führt nach Angaben aus norddeutschen Handelskreisen dazu, dass Exporteure entlang der Seehäfen Kontrakte zurückkaufen. Weizen, der ursprünglich für Exporte auch ins benachbarte EU-Ausland wie England kontrahiert worden sei, wird dem Vernehmen nach zurückgekauft. Die Ware werde dann stattdessen an Abnehmer im Inland, in erster Linie Mischer in Südoldenburg, verkauft. Die Preise liegen bei 267 €/t franko Südoldenburg.

Aktuell bremst auch Unsicherheit im Vorfeld der neuen Prognose des US-Agrarministeriums USDA am kommenden Freitag die Geschäftstätigkeit am physischen Markt. An der Matif in Paris liegt Mahlweizen zum Fronttermin März gegen 13:30 Uhr bei 244,50 €/t und wird damit noch einmal 1,75 €/t schwächer bewertet als am Vortag. Der Rapssaat-Future für Mai gibt zu dem Zeitpunkt 3,25 €/t nach auf 466,25 €/t. In Chicago liegen Mais, Weizen und der Ölsaatenkomplex ebenfalls im Minus. Besonders deutlich sind die Kursrückgänge bei der Sojabohne.

Internationale Analysten erwarten vor Veröffentlichung der neuen Wasde-Daten, dass das USDA die Prognose für die US-Endbestände an Mais für 2013 leicht erhöhen wird. Dafür sprechen aus ihrer Sicht zuletzt schwächere Exporte und eine geringere Nachfrage der Ethanolindustrie. Das kann an den Börsen als Schwächesignal gewertet werden, auch wenn die US-Maisbilanz physisch betrachtet nach wie vor knapp bleibt.

Die schwache Tendenz der Soja-Futures in Chicago heute Mittag passt eigentlich nicht zu den Analystenerwartungen. Diese rechnen mit nochmals engeren US-Endbeständen aufgrund der starken Exportnachfrage. Auch rechnen viele Beobachter mit einer Abwärtskorrektur für die argentinische Mais- und Sojabohnenernte aufgrund der Trockenphase ab Mitte Januar. Marktteilnehmer hierzulande begründen den Kursrückgang mit Positionsbereinigungen vor dem Wasde-Report am Freitag.

Für Weizen wird der USDA-Report aktuell eher neutral bewertet. (pio)
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