USDA senkt für Kasachstan den Daumen


Das Exportpotenzial in dem asiatischen Land ist offenbar geringer als bisher erwartet. Die offizielle Ernteschätzung liegt vor.

Die Agrarstatistikbehörde in Kasachstan beziffert jetzt die Getreideernte 2012 auf 12,8 Mio. t. Sie ist damit weniger als halb so groß wie im Vorjahr, als nach den offiziellen Zahlen 26,9 Mio. t gedroschen worden sind. Die aktuelle Weizenernte hat nach den vorliegenden Zahlen nur 9,8 Mio. t gebracht, die Gerstenernte 1,5 Mio. t und die Maisernte etwa 520.000 t.

Das Büro des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums USDA in der kasachischen Hauptstadt Astana hat daraufhin seine Exportschätzung nach unten gesetzt. Es geht davon aus, dass Kasachstan 2012/13 nur 6,5 Mio. t Weizen am Weltmarkt verkaufen kann. Bislang lag die Schätzung für diese Saison bei 7 Mio. t, im Vorjahr waren es nach Angaben des USDA-Büros 11,4 Mio. t gewesen. Das USDA weist für 2011/12 sogar 11,8 Mio. t kasachische Weizenexporte aus.

Das Büro in Astana begründet die abgesenkte Prognose auch mit den bislang schwachen Exporten. Insgesamt sollen von Juli bis Dezember nur 3,8 Mio. t Getreide aus Kasachstan verkauft worden sein. Allerdings erwarten die Amerikaner, dass in der ersten Jahreshälfte 2013 größere Weizenmengen in das angrenzende Russland geliefert werden. Dort besteht Bedarf in Sibirien und der Uralregion.

Kasachstan verfügt trotz der schwachen Ernte 2012 noch über beachtliche Getreidevorräte, die sich aus der reichlichen Ernte 2011 angehäuft haben. Nach Angaben der Agrarstatistik sind zum Jahreswechsel 13,7 Mio. t in den Lägern registriert worden, darunter 12,2 Mio. t Weizen. Diese Menge ist zwar wesentlich geringer als vor einem Jahr, aber immer noch 50 Prozent höher als vor zwei Jahren. (db)
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