Die erste Junihälfte ist für die spanischen Getreidebestände zu trocken verlaufen. Das USDA-Büro in Madrid prognostiziert einen erhöhten Importbedarf. Offizielle Schätzungen aus Spanien lassen Ertragsrückgänge bei Wintergetreide von bis zu 30 Prozent erwarten, schreibt die Niederlassung des US-Agrarministeriums USDA in einem jetzt veröffentlichten Bericht.

Schätzungen des spanischen Agrarressorts, von Genossenschaften und Handelsverbänden schwanken zwischen 4,5 Mio. t und 5,2 Mio. t bei Winterweizen 2012/13. Die Prognosen für die Wintergerstenproduktion fallen in einen Korridor von 5,6 bis 5,9 Mio. t.

In der Folge rechnet das USDA-Büro in Madrid mit einem höheren Importbedarf Spaniens, der sowohl aus EU-Nachbarländern als auch aus dem Drittland bedient werden dürfte. Denn die Nachfrage besonders nach Futtergetreide werde allenfalls leicht nachgeben.

Die Marktbeobachter geben zu bedenken, dass nicht nur Spaniens Weizenernte kleiner erwartet wird, sondern auch die Produktion in seinen bevorzugten Lieferländern. Dass Spanien bei Gerste auf den EU-Binnenmarkt angewiesen sei, sorge für eine Verknappung der als eng bewerteten Gerstenbilanz.

In die spanischen Futtermischungen werde nach aktueller Einschätzung vorzugsweise Mais fließen. Doch das hängt nach Einschätzung des USDA davon ab, ob die Erträge in den bevorzugten Lieferländern Frankreich, Rumänien, Bulgarien oder der Ukraine tatsächlich so hoch ausfallen werden wie aktuell geschätzt. (az)
stats