In den für den Getreideexport wichtigen Regionen im Süden der Ukraine hat der Drusch begonnen. Die gesamte Ernteprognose bewegt sich unter Vorjahr. Hohe Exporte stehen dennoch im Plan.

In vier Regionen, die sich direkt am Schwarzen Meer befinden, laufen die Mähdrescher. Von dort sind an das Agrarministerium in Kiew Durchschnittserträge von rund 17 dt/ha gemeldet worden. Dieser Wert ist jedoch noch nicht aussagekräftig, weil er sich auf ertragsschwächere Gerste und kleine Mengen bezieht. Die Erwartungen sind landesweit aber niedriger als im Vorjahr mit außergewöhnlich hohen Getreideerträgen.

Das Agrarministerium in Kiew schätzt zur Wochenmitte die ukrainische Getreideernte 2012 auf 47,2 Mio. t, gegenüber 56,7 Mio. t im Vorjahr. Die mögliche Spanne in diesem Sommer beziffert das Ministerium auf 45 bis 50 Mio. t. Den Ausschlag geben wird Mais, für den sich aktuelle Ernteschätzungen zwischen 22 und 25 Mio. t bewegen. Damit ist Mais in der Ukraine mittlerweile mit Abstand die wichtigste Getreideart.

Selbst wenn die ukrainische Getreideernte 2012 kleiner als im Vorjahr ausfällt, rechnet das Ministerium in Kiew doch mit einem großen Angebot. Grund sind hohe Getreidevorräte zu Beginn der neuen Saison, weil die ukrainischen Exporte 2011/12 vermutlich die ehrgeizigen Zielvorgaben nicht erfüllt haben.

Anfang Juni lagen nach offiziellen Angaben noch 12,7 Mio. t Getreide in den Silos, das meiste davon Weizen. Die möglichen Exporte in der gesamten Saison 2011/12 schätzt das Ministerium jetzt auf etwa 22,3 Mio. t. Die Exportziele für 2012/13 sind höher gesteckt. Geplant sind Weltmarktverkäufe von mehr als 25 Mio. t Getreide, darunter mindestens 8 Mio. t Weizen, 15 Mio. t Mais und 2 Mio. t Gerste. (az)
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