Ernte 2014

Ukrainische Mühlen schlagen Alarm

Bis ein Überblick über das diesjährige Weizenangebot der Ernte 2014 vorliegt, solle die Regierung in Kiew Exporte von Mahlweizen unterbinden. Diese Forderung richtet die Vereinigung der Mehlmühlen der Ukraine nach einem Bericht des Analysehauses APK-Inform direkt an den ukrainischen Präsidenten.

Exportorientiert
Die Ukraine verkauft knapp die Hälfte der Weizenernte am Weltmarkt. Nach den Zahlen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums USDA sind von der Vorjahresernte 2013 in Höhe von etwa 22 Mio. t rund 10 Mio. t exportiert worden. Das USDA beziffert den ukrainischen Inlandsverbrauch auf 11,5 Mio. t Weizen, wovon etwa 8 Mio. t der menschlichen Ernährung dienen. (db)
In einem offenen Brief heißt es, dass die diesjährige Weizenernte zwar die zweitgrößte der Geschichte werden könnte. Mahlweizen sei aus heutiger Sicht aber nur im Umfang von 3,3 bis 4,5 Mio. t gedroschen worden. Die Mühlenvereinigung beziffert den Inlandsverbrauch auf rund 5 Mio. t hochwertigen Mahlweizen. Sie warnt vor Importbedarf in der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2014/15, der dann zu höheren Weltmarktpreisen als die aktuellen Inlandsnotierungen gedeckt werden müsste.

Internationale Beobachter gehen zurzeit davon aus, dass in der Ukraine 2014 rund 22 Mio. t Weizen geerntet werden. Dieses Ergebnis entspräche etwa der Menge des Vorjahres und auch des Erntejahres 2011, die beide überdurchschnittliche Ergebnisse gebracht hatten. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr 2008 mit rund 26 Mio. t Weizen.

Eine Ernte 2014 in Vorjahreshöhe oder darüber wäre beachtlich. Denn im Frühjahr hatten vielen Beobachter wegen der angespannten Liquidität in den ukrainischen Agrarbetrieben mit einem deutlich verringerten Einsatz ertragssteigernder Betriebesmittel gerechnet. (db)
stats