Ukrainischer Weizen bringt wenig

In der Ukraine fallen die Getreideerträge noch niedriger aus als zunächst befürchtet. Die Gerstenernte könnte die kleinste seit 20 Jahren werden. Gerste wird bisher mit Erträgen von 18 dt/ha eingebracht, berichtet das Deutsch-Ukrainische Institut für ökonomische Forschung und Politikberatung (IER) am Wochenende. Im Vorjahr waren nach IER-Angaben fast 29 dt/ha gedroschen worden.

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA hatte kürzlich für 2012 Gerstenerträge von 21 dt/ha geschätzt. Bestätigen sich die pessimistischen niedrigeren Erträge, fällt die diesjährige ukrainische Gerstenernte unter die Marke von 7,5 Mio. t, von denen das USDA bislang ausgeht. Bereits die USDA-Prognose verfehlt das Vorjahresergebnis um 18 Prozent.

Noch düsterer sind die Erwartungen für die Weizenerträge. Das IER berichtet, dass Futterweizen mit weniger als 17 dt/ha eingebracht wird. Das ist nur etwa die Hälfte des Vorjahresniveaus. Es handelt sich allerdings um frühe Sorten. Dennoch prognostiziert das IER bereits, dass die ukrainische Weizenernte 2012 um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr abfällt. Diese Einschätzung deckt sich mit den Zahlen des USDA.

Die agrarzeitung (az) hatte am Freitag in ihrer Printausgabe berichtet, dass in der Ukraine bereits über mögliche Exportbeschränkungen diskutiert wird. Im Gespräch mit der az sagte Dr. Alexej Lissitsa, Präsident des Ukrainischen Agribusiness Club, dass sich Händler derzeit mit Weizenkäufen zurückhielten, weil sie Restriktionen befürchteten. Das Agrarministerium in Kiew hält dagegen an der Auffassung fest, dass 2012/13 hohe Exporte möglich seien, selbst wenn die Getreideernte kleiner als im Vorjahr ausfallen sollte. Grund hierfür seien hohe Vorräte zu Beginn der neuen Saison. (db)
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