Unterfränkische Braugerstenernte problematisch

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In Unterfranken dürfte in diesem Jahr deutlich weniger Qualitätsbraugerste zur Verfügung stehen. Für die Ernteaussichten spielen die verzögerte Aussaat auf 50 Prozent der Sommergerstenfläche, der trockene Mai und regional der trockene Juni die entscheidende Rolle. Frühgesäte Schläge differenzieren sich je nach Bodengüte in Erträge zwischen 35 und 55 dt/ha, sagte Dr. Herbert Siedler vom Amt für Landwirtschaft in Würzburg anlässlich der unterfränkischen Braugerstenrundfahrt. Von den früh bestellten Flächen erwartet er etwa 25.000 t Qualitätsbraugerste. Bei ebenfalls 25.000 t sei mit schlechter Sortierung und höheren Eiweißwerten zu rechnen. Die Gerste des zweiten Aussaatfensters Anfang April liefert Erträgen von 30 bis 50 dt/ha. Bei 30.000 t rechnet Siedler hier mit Zwiewuchs, erhöhten Eiweißwerten und schlechterer Sortierung. Die zuletzt gesäten Sommergerstenbestände variieren "zwischen nicht erntewürdig und Erträgen von 40 dt/ha". Aus diesen Beständen seien 17.000 t Sommergerste zu erwarten.

In Summe ergibt dies für Unterfranken 25.000 t Qualitätsbraugerste, 55.000 t Kompromissgersten und 17.000 t Futtergerste. In normalen Jahren werden in Unterfranken 100.000 t Qualitätsbraugerste und 20.000 t Futtergerste im Sommer geerntet. Siedler: "Das Erntejahr 2008 bei Braugerste ist damit mit den selben Problemen wie vergangenes Jahr behaftet." Die Anbaufläche blieb gegenüber Vorjahr mit 24.500 ha unverändert. (HH)

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