Ernte 2016

Viel Unkraut stört im Raps


Eher enttäuschte Gesichter gibt es bislang bei Niedersachsens Landwirten, nachdem die ersten Mähdrescher ihre Arbeit aufgenommen haben. Nach Umfragen des Landvolkverbandes trifft dieses Urteil bisher in erster Linie für die Wintergerste zu. „Die Felder haben durchaus einen recht vielversprechenden Eindruck gemacht, aber die tatsächlich geernteten Mengen haben dieser optischen Wahrnehmung nicht standhalten können“, schildert Jürgen Hirschfeld. Der Landwirt aus dem Vorharz und Vorsitzende im Ausschuss pflanzliche Produkte beim Landvolk Niedersachsen nennt die unbeständige Witterung als Grund für die Rücknahme der Ernteschätzungen. Insbesondere die fehlende Sommersonne und die in jüngster Zeit nahezu täglichen Niederschläge haben die Kornfüllung und Abreife behindert und gehen zu Lasten der Erträge und auch Qualitäten.

Einbußen gibt es überall dort, wo regional Unwetter zusätzlich das Getreide ins Lager gedrückt haben. Auf den Späterntegebieten im südniedersächsischen Hügelland oder gar an der Küste steht der Erntebeginn noch aus. Vereinzelt haben die Landwirte auch mit der Rapsernte begonnen und sind dort von den Erträgen ebenfalls eher enttäuscht.

Im hessischen Ried und in der Wetterau hat seit dem Wochenende die Rapsernte begonnen. Die Erträge spielen sich auf einem durchschnittlichen Niveau ab. Die Ware ist trocken. Dagegen ist im Hauptanbaugebiet in Mecklenburg-Vorpommern noch kein Mähdrescher auf dem Rapsfeld zu sehen. Vielmehr starten Betriebe mit Maßnahmen, um vor der Ernte die hohe Verunkrautung mit Kornblumen und Kamille in den Griff zu bekommen. Vereinzelt werden Stellen entsprechend behandelt. Geraten feuchte Unkrautteile in den Drusch, sind hohe Abzüge bei der Erfassung die Folge. (da)
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