Volatile Agrarpreise beunruhigen Weltbank


Die Institution in Washington beobachtet die Kursentwicklung an den Agrarmärkten. Die aktuelle Lage vergleicht sie mit dem Krisenjahr 2008.

Trockenheit in den Schwarzmeerländern, anhaltender Regen in Nordeuropa und die extreme Dürre in den USA sind Faktoren, die Preise für Getreide und Ölsaaten an den weltweiten Agrarmärkten noch weiter hochschaukeln könnten. Die Weltbank teilte daher zu Beginn dieser Woche mit, bei einer weiteren Verschärfung der Situation Hilfen bereitzustellen.

Obwohl die Preise für viele Agrarrohstoffe kräftig gestiegen sind, weist die Weltbank zunächst auf Unterschiede zu dem Jahr der Nahrungsmittelkrise 2008 hin. Die weltweiten Reisbestände seien aktuell auf einem relativ komfortablen Niveau. 2008 hatte sich der Reispreis nahezu verdreifacht. Davon waren seinerzeit vor allem die Ärmsten in den Schwellenländern Asiens betroffen.

Entspannter sei die Situation auch bei Rohöl, Düngemitteln und bei den internationalen Frachtpreisen. Dadurch seien die Einstandskosten zur Aussaat relativ betrachtet geringer als vor vier Jahren. Auch seien die Importe von Nahrungsmitteln durch die niedrigeren Frachtkosten günstiger als seinerzeit

Während 2008 die Weizen- und Reispreise am deutlichsten gestiegen seien, zeigten aktuell die Preise für Weizen, Mais und Sojabohnen allesamt starke Zuwächse. Dadurch würden nicht nur die Brotpreise anziehen, prognostiziert die Weltbank, sondern auch die Preise für Futtermittel und schließlich Fleisch.

Die Institution arbeite mit einschlägigen Organisationen der Vereinten Nationen zur Ernährungssicherung zusammen, heißt es aus Washington. Zudem unterstütze die Weltbank das 2011 auf Beschluss der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) gegründete Agrarmarkt-Informationssystem (AMIS).

Erst kürzlich hatte der französische Premier Francois Hollande eine Sitzung des AMIS-Krisengremiums, dem Rapid Repsonse Forum, angeregt. Hollande sieht die französische Landwirtschaft durch die auf hohem Niveau stark schwankenden Agrarpreise gefährdet. (pio)
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