Weizen im Norden mit niedrigeren Hektolitergewichten


Die Rapsernte ist in Norddeutschland noch nicht abgeschlossen. Die Landwirte wollen zuerst den Weizen dreschen, wobei sie aber auch nicht voran kommen. In weiten Landesteilen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern konnte der Mähdrusch wegen der unbeständigen Witterung nicht begonnen werden. Nur an der Westküste Schleswig-Holsteins blieb es am Wochenende trocken, so dass in dieser Region gut 75 Prozent der Flächen abgeerntet werden konnten. Der Stand der Weizenernte ist in den anderen Regionen sehr unterschiedlich: An der Ostküste und auf dem Mittelrücken Schleswig-Holsteins sind nicht einmal 10 Prozent der Weizenfläche gedroschen. In Mecklenburg-Vorpommern sind gut 20 Prozent geerntet worden.

Die Ertragsmeldungen für Weizen haben sich nach oben hin stabilisiert. Auf den besseren Geeststandorten, die eine ausgeglichene Niederschlagsverteilung hatten, werden zwischen 70 und 90 dt/ha geerntet. Standorte, die unter der Trockenheit gelitten haben, brachten es nur auf 50 bis 60 dt/ha. Zwischen 90 und 105 dt/ha ernten die Erzeuger auf den guten Böden in der Schleswig-Holsteinischen Marsch und in Ostholstein sowie auf den guten Standorten in Mecklenburg-Vorpommern. Durchschnittlich dürften die Erträge damit gut 10 Prozent unter den hohen Vorjahreswerten liegen.

Bisher haben die Regenfälle die Fallzahlen noch nicht beeinträchtigt. Die Proben zeigen ordentliche Werte von 220 bis 300 Sek. „Der Wetterbericht für die kommenden Tage sieht aber nicht gut aus", meinte ein ostdeutscher Leiter eines Großbetriebs. Die Naturalgewichte bewegen sich allerdings auf einem etwas niedrigeren Niveau von 74 bis 77 kg/hl. Dennoch rechnen Händler damit, dass die benötigten Qualitäten bei den jetzt geernteten späteren Beständen erreicht werden.

Roggen und Triticale haben in den vergangenen Tagen auch die Druschreife erreicht. Von den bisher geernteten Flächen liegen noch keine gesicherten Ertragsmeldungen vor. Erste Ergebnisse der Sommergetreidebestände von Sommergerste und Hafer zeigen unbefriedigende Erträge. Erwartungsgemäß hat das Sommergetreide am meisten unter der Trockenheit im Juni und Juli dieses Jahres gelitten. (Ps)
stats