Weizen in Baden enttäuscht

Die Weizenträge liegen bis zu 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Roggen überzeugt bei Qualität und schwächelt im Preis.

Die Weizenerträge in Baden in diesem Jahr liegen mit 6,0 bis 6,3t/ha 15 bis 20 Prozent unter den Werten des Vorjahres. Die Auswinterungsschäden sind deutlich zu spüren. Darauf machte Dr. Ewald Glaser, Vorstandsvorsitzender der ZG Raiffeisen, Karlsruhe, in Rastatt auf der Ernte-Pressekonferenz aufmerksam.

Die Eiweißwerte bewegen sich allerdings im erwünschten Rahmen von 11,5 bis 12,0 Prozent bei Brotweizen und bis zu 13,5 Prozent bei A-Sorten. E-Weizen kann gut 14 Prozent vorweisen. Die Hektolitergewichte liegen im Schnitt bei 77 bis 78 kg. Derzeit werden Erzeugerpreise in Höhe von 220,00 bis 230,00 €/t frei Landlager bezahlt.

Die reichlichen Niederschläge während der Abreife zeigen allerdings Auswirkungen auf die Pflanzengesundheit. Während Flächen mit rechtzeitigen Fungizidbehandlungen kaum Probleme haben, sei in der extensiveren Landwirtschaft ein höherer Fusariumdruck festzustellen, war weiter in Karlsruhe zu hören.

Auch nach Abschluss der Ernte gehört der Raps in Baden mit 2,0 bis 4,0t/ha zu den ertragsschwächeren Kulturen in diesem Jahr. Die Ölgehalte mit 42 bis 43 Prozent sind zufriedenstellend. Die Erzeuger können mit 470,00€/t frei Lager rechnen.

Sommergerste brachte mit 5,0 bis 5,5t/ha in den frühen Gebieten der Region und über 7,0t/ha von den späteren Flächen gute Erträge mit einwandfreien Qualitäten hinsichtlich Vollgerste und Eiweiß. Der Vollgerstenanteil bewegt sich bei über 90 Prozent. Wenn von den frühen Flächen die Eiweißgehalte auch unter 9,5 Prozent liegen können, fallen die Werte in den späteren Lagen mitunter höher als 11,5 Prozent aus.

Die Fallzahlen beim Roggen liegen im unproblematischen Bereich von über 120 Sekunden. Der Durchschnitt bewegt sich bei 150 bis 200 Sekunden. Mit Erträgen von 5,0 bis 7,0t/ha gehört diese Getreideart zu den Gewinnern der diesjährigen Ernte. Roggen hat den Winterfrost am besten und ohne Schaden überstanden.

Die Versorgungslage gilt für dieses Wirtschaftsjahr daher als entspannt. Importe werden nicht notwendig sein. Dies wirkt sich allerdings auf die Erzeugerpreise aus. Sie liegen mit 195,00€/t frei Landlager etwa 25,00€ unter dem Niveau des Weizenpreises.

Wintergerste in Baden wurde in diesem Jahr mit 4,0 bis 8,0t/ha eingefahren. Die Hektolitergewichte lagen mit 63kg im gewünschten Bereich. Frei Landlager bekommen die Landwirte im Moment 195,00 €/t.

Hafer kann Erträge von5, 5 bis 8t/ha vorweisen. Das Naturalgewicht liegt bei 50 bis 54kg. Für Qualitätshafer sind Erzeugerpreise von 192,00 bis 193,00€/t zu erzielen. Die gesamte Getreideernte in Baden ist zu etwa 80 Prozent abgeschlossen.

Körnermais in Baden hat sich dank der Regenfälle in den vergangenen Wochen gut entwickelt. Vorausgesetzt, die Witterung spielt weiter mit, kann die Maisernte 2012 erneut überdurchschnittlich ausfallen. (dg)
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