Weizendrusch im Norden braucht Sonnentage

Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen die Agrarbetriebe in Schleswig-Holstein und Mecklenburg Vorpommern, die Ernte zu sichern. Die Böden sind durch die ungewöhnlich hohen Niederschlagsmengen der vergangenen Tagen völlig durchnässt. Die Flächen sind schlichtweg nicht befahrbar. Gut 15 Prozent der Weizenflächen und 90 Prozent der Rapsflächen sind in Nord- und Nordostdeutschland gedroschen. Die Proteingehalte liegen zwischen 10,5 und 16 Prozent. Gute Hektolitergewichte erreicht der Weizen. Die Entwicklung bei den Fallzahlen bleibt spannend. Bei den frühen Sorten und in den Regionen nördlich von Berlin und in der Uckermark bereiten die Fallzahlen den Landwirten Sorgen. Weitere Niederschläge dürften die Fallzahlwerte sinken lassen. „Wir werden einen entsprechend hohen Anteil an Futterweizen bekommen", meint ein Landhändler aus Mecklenburg. Es werden dringend fünf bis sechs Sonnentage benötigt, um die Ernte fortzusetzen.

Die Preise an den Getreidemärkten können sich trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten gut halten. Auf der Großhandelsstufe liegen die Kaufideen für B-Weizen um 200 €/t angeliefert Seehafen Hamburg/Rostock Basis Abrechnung September 2011 und für Gerste um 193 €/t. Die Erzeugerpreise für B-Weizen liegen in Mecklenburg und im westlichen Sachsen-Anhalt für die Lieferung ex Ernte 2011 bei knapp 185 €/t frei Erfassungsstufe. Gerste wird hierzulande von den Exporteuren gesucht und zieht im Preis am Futterweizen vorbei. (Ps)
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