Ernte 2015

Weizenernte an der Küste vor Abschluss


„In Schleswig Holstein brauchen wir noch ein bis zwei ganze Druschtage, dann sind wir mit dem Weizen durch“‚ umreißt ein Getreidehändler den Stand der Getreideernte im nördlichsten Bundesland. Im Süden Holsteins ist der Weizen weitgehend ab, nördlich des Nord-Ostsee-Kanals und an der Westküste stehen allerdings noch etwa 25 Prozent des Weizens auf dem Halm. Die durchwachsende Witterung der vergangenen Tage hat die Fallzahlen zwar etwas nach unten gedrückt, doch mit Werten von 220 bis 250 Sekunden bringt der Weizen noch ordentliche Qualitäten.
 
Die Proteinwerte liegen aufgrund der etwas niedrigeren Erträge leicht unter dem üblichen Niveau. In der Regel wurde B-Weizen in Schleswig-Holstein mit 11,5 bis 12 Prozent Protein geerntet. In Mecklenburg-Vorpommern, wo 75 bis 80 Prozent A-Weizensorten angebaut werden, erreichen die Proteinwerte durchweg 13 Prozent. Dort steht in den Küstenregionen schätzungsweise noch 5 bis 10 Prozent des Weizens draußen.
 
Die Weizenerträge der beiden Bundesländern fallen in diesem Jahr etwa 10 Prozent niedriger als im Vorjahr aus. In Schleswig-Holstein dürften die Landwirte im Schnitt etwa 90 bis 100 dt/ha ernten. In Mecklenburg-Vorpommern liegen die Erträge üblicherweise und auch in diesem Jahr etwa 10 Prozent darunter.
 
In der Spätdruschregion Ostfriesland steht die Weizenernte unmittelbar vor dem Abschluss und etwa 95 Prozent der Felder sind geräumt. Dort wird in der Regel Futterweizen angebaut. Die Weizenerträge differieren je nach Bodengüte stark und schwanken zwischen 70 und 100 dt/ha. Gegenüber den ausgezeichneten Wintergerstenerträgen von 110 bis 120 dt/ha fallen sie aber deutlich ab. Die Naturalgewichte des ostfriesischen Weizens sind mit 75 kg gut. Zuletzt herrschte  großer Erntedruck, so dass teilweise die angelieferten Weizenpartien auf den Höfen der Erfassungshandel des Erfassungshandels gelagert werden mussten.
 
Die Vermarktung des Futterweizen aus den nordwestlichen Teilen Niedersachsens gestaltet sich schwierig. „In dem  Südoldenburger Raum lässt sich kein Weizen unterbringen, denn die Mischfutterindustrie hat die Hütte voll und sich ausreichend aus ihrer Kundschaft versorgt“, berichtet ein Erfassungshändler aus Ostfriesland.
 
Neben dem restlichen Weizen stehen in Ostfriesland noch kleinere Sommergerstenflächen  auf dem Halm. Die Ernte von Ackerbohnen hat vereinzelt eingesetzt, doch über Erträge und Qualitäten gibt es noch keinen Überblick. (St) 
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