Weizenernte in England erinnert an 2008


Ein ähnlich spätes Druschjahr plagt britische Landwirte. Zweite Parallele: Analysen auf Mykotoxine haben im Weizen Hochkonjunktur.

Von den britischen Weizenflächen waren bis zur Wochenmitte erst 5 Prozent gedroschen, berichtet das landwirtschaftliche Beratungsbüro Adas. Die Ergebnisse der frühen Sorten im Südwesten und Südosten der Insel lassen noch keinen Aufschluss auf die Erträge zu, die mit 5 bis 10,8 t/ha gemeldet werden. Wegen der nassen Vegetationsperiode schneiden leichtere Standorte besser ab als die schweren Böden, die in Normaljahren die höchsten Erträge bringen.

Die bisherige Weizenqualität zeigt ähnlich große Ausschläge wie die Erträge - mit Proteingehalten von 10,6 bis 16 Prozent und Hektolitergewichten zwischen 58 und 78 kg. Die Fallzahlen erreichen 200 bis 300 Sekunden.

Sorgen bereiten nach Beobachtung des Beratungsbüros zahlreiche Weizenschläge, die von Fusarien befallen waren - erkennbar an fehlender Kornfüllung oder Schmachtkorn. Doch nur Analysen des Erntegutes zeigen, ob die Pilze Mykotoxine wie DON gebildet haben. Die bisher gedroschenen Partien weisen niedrige Gehalte auf, betont Adas.

Von der Wintergerste sind nach Einschätzung des Beratungsbüros in dieser Woche landesweit 85 Prozent vom Halm. Für die Wintergerste bestätigt sich, dass die Erträge mit überwiegend 6,2 bis 6,4 t/ha etwa den fünfjährigen Durchschnitt treffen. Die Hektolitergewichte fallen größtenteils mit 62 bis 64 kg niedrig aus. Der Drusch der Sommergerste, die eher im Norden Englands und in Schottland wächst, hat gerade erst angefangen.

Weit fortgeschritten ist der Rapsdrusch. Etwa 80 Prozent der Flächen sind abgeerntet, schätzt Adas. Den mittleren Rapsertrag 2012 taxiert das Beratungsbüro mit 3,4 bis 3,6 t/ha etwas höher als im Fünfjahresdurchschnitt. Der Rekordertrag des Vorjahres von 3,9 t/ha wird jedoch verfehlt werden. Die Ölgehalte zeigen nach Angaben von Adas eine weite Spanne zwischen 38 bis 45 Prozent mit einer Tendenz zu den niedrigeren Werten.  (db)
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