Weizenernte in Norddeutschland noch nicht beendet

Die Erntearbeiten sind in Schleswig-Holstein und Mecklenburg- Vorpommern jetzt zu gut 60 Prozent abgeschlossen. Die Befürchtungen um die Fallzahlprobleme haben sich mehr und mehr bestätigt. Der in den vergangenen drei Tagen geerntete Weizen hatte meist nur noch Fallzahlwerte von 100 Sekunden bis 150 Sekunden.  Damit wird über zwei Drittel der Erntemenge an Weizen in diesen beiden Bundesländern nur noch Futterqualität aufweisen. Die Erntearbeiten müssen weiterhin unter erschwerten Bedingungen vorgenommen werden.

„Der jetzt noch draußen stehende Weizen wird auch nur noch Futterqualität haben,  zumal es hier jeden Tag immer wieder regnet", lautet die Einschätzung eines Landhändlers.  Besonders dramatisch ist die Situation in einigen Landesteilen Mecklenburg-Vorpommerns. „Die Lage ist ziemlich angespannt, auf verschiedene Äcker kommt man überhaupt nicht hin", meinte ein Großbetrieb. „Wir brauchen noch drei bis vier volle Tage, um die Ernte abschließen zu können. Wir haben viel Wind und kaum Sonne, aber der Wind hilft. Bei etwa 20 Prozent Feuchte wird gedroschen. Es ist immer eine schwere Entscheidung, aber wir trocknen alles durch", hieß es bei einem nordfriesischen Landwirten. Wo möglich, nutzen die Landwirte die Regenpausen, um die Restflächen zu ernten. Bei einem stabilen Marktumfeld können sich die Prämien für Brotgetreide weiter halten. Vor allem der Brotweizen wird in den Exporthäfen von internationalen Handelshäusern für die Beladung von Schiffen gesucht. (Ps)
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