Im Osten stehen nur noch rund 20 Prozent der Winterweizenbestände auf dem Feld. Bis auf einige Mittelgebirgslagen rechnen die Landesbauernverbände in Magdeburg, Erfurt und Dresden damit, dass die Weizenernte bis zum Wochenende abgeschlossen werden kann. Die Weizenerträge schwanken 2015 sehr stark.

In den Ländern Sachsen und Thüringen, die beide besonders unter der Trockenheit leiden, werden 20 Prozent weniger Ertrag als das langjährige Mittel erwartet. Auf den guten Standorten in der Börde in Sachsen-Anhalt sind hingegen auch 2015 zufriedenstellende Winterweizenerträge gedroschen worden. Landesweit haben die Landwirte dort im Mittel 7 t/ha eingefahren, was 10 bis 15 Prozent weniger Weizen im Vergleich zum langjährigen Mittel entspricht.

Qualitäten ordentlich

Die Weizenqualitäten hingegen schätzen die Landesbauernverbände als recht gut ein. In Sachsen tritt häufig ein Rohproteinwert von mehr als 13 Prozent auf. Die Hektolitergewichte liegen dort zwischen 73 und 85 kg. Probleme bereitet in diesem Jahr vor allem der Roggen. In Sachsen-Anhalt werden im Durchschnitt nur 4,2 t/ha Winterroggen geschätzt, dabei liegt die Spanne der Erträge sehr weit zwischen nur 2,5 bis hin zu 6 t/ha.

In Thüringen enttäuscht auch die Rapsernte. Bis zu 30 Prozent weniger Ertrag als in den Vorjahren wird es 2015 geben, schätzt der Landesbauernverband. In Sachsen-Anhalt sind die Landwirte hingegen mit dem Raps weitestgehend zufrieden. Vor allem die Ölgehalte haben dort hohe Werte gebracht. Sie liegen zwischen 42 und 47 Prozent.

Mit Sorgen blicken die Landwirte bereits auf die nun anstehende Aussaat von Raps und Zwischenfrüchten. Die Böden sind teilweise so ausgetrocknet, dass die nötige Feuchtigkeit für die Keimung und den Feldaufgang fehlen. Insbesondere Landwirte, die ihre Greening-Verpflichtung zum großen Teil mit Zwischenfrüchten decken wollten, berechnen den Wasserverbrauch der Kulturen derzeit genau. (sta)
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