Im östlichen Westfalen steht immer noch Raps auf den Feldern. Rund 15 Prozent müssen noch gedroschen werden. Die Weizenbestände konnten wegen des hohen Niederschlags kaum von den Feldern geholt werden. Maximal 10 Prozent sind erst geerntet, dafür aber überwiegend trocken. Marktexperten rechnen mit einem Ertrag, der dem 5-Jahresdurchschnitt entspricht. Bisher passen die Qualitäten: Die Hektolitergewichte liegen zwischen 76 und 77 kg/hl, Proteinwerte zwischen 11 und 12 Prozent.

Die Erzeugerpreise für Weizen überzeugen hingegen noch nicht. Bei 130 bis 135 €/t entscheiden sich die Landwirte ihre Ware vorerst einzulagern. Triticale weisen ähnliche Qualitäten bei durchschnittlichen Erträgen auf. Erzeuger können ihre Ware für 120 bis 125 €/t verkaufen.

In der westfälischen Börde haben die Regenschauer bereits Spuren hinterlassen. Der Gelbverzwergungsvirus breitet sich aus, taube Ähren und dunkle Nester sind vereinzelt vorhanden. Für eine Aussage über mögliche Fallzahlprobleme ist es allerdings noch zu früh. Rund 5 Prozent des Weizenbestands konnte dort erst von den Feldern geholt werden. Dieser zeichnet sich durch gute Hektolitergewichte und Eiweißgehalte zwischen 11 und 11,5 Prozent aus. 


Auf den leichten Böden am Niederrhein und im westlichen Münsterland ist der Weizen zur Hälfte von den Feldern geholt. Starke Niederschläge und wenig Sonne haben zu unterdurchschnittlichen Erträgen von maximal 8 t/ha geführt. Bisher gab es keinen Krankheitsdruck, doch für Fusarien sind die feuchten Bedingungen zurzeit optimal. Die Qualitäten weisen jedoch gute Hektolitergewichte auf, mit rund 75 kg/hl. Der Erzeugerpreis für Futterweizen liegt momentan bei 140 €/t. In der Region fehlen beim Raps noch rund 10 Prozent.

Auch im Rheinland stockt die Weizenernte, obwohl die Bestände reif sind. Erst rund 20 Prozent konnten geerntet werden, überlicherweise ist die Ernte zu dieser Jahreszeit bis zur Hälfte abgeschlossen. Es werden Erträge, die zwischen 25 und 30 Prozent unter denen des Vorjahres liegen erwartet, berichtet der Rheinische Landwirtschaftsverband. Nicht ganz so trübe Erwartungen hat hingegen der Erfassungshandel , mit 15 bis 20 Prozent geringeren Erträgen. Mit 70 bis 80 dt/ha fehlen zwischen 12 und 13 dt/ha gegenüber dem langjährigen  Durchschnitt. Der Weizenpreis liegt für die Landwirtschaft bei 145 €/t, für Futtergerste bei 125 €/t. Auch 25 Prozent der Rapsbestände stehen  im Rheinland noch draußen. Bisher wurden im Schnitt 40 dt/ha Raps geerntet mit Ölgehalten zwischen 42 und 43 Prozent. (has)
 
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