Ernte 2016

Weizenqualität fällt im Westen ab

Im Rheinland sind etwa 20 bis 30 Prozent der Weizenernte abgeschlossen. Die vorangegangen Regenfälle haben die Weizenqualitäten im Westen stark beeinträchtigt. Die zuletzt geernteten Partien kamen im Schnitt mit 16 bis 17 Prozent Feuchtigkeit herein und müssen getrocknet werden. Fast überall fällt ein Qualitätsmerkmal ab und es gibt nur wenig Weizenpartien, bei denen alle Qualitäts-Parameter stimmen.
 
Die Fallzahlen haben inzwischen deutlich gelitten und 15 Prozent der zuletzt geernteten rheinischen Weizenpartien sind nicht mehr backfähig. Tendenz steigend. Die restlichen Partien haben bei den Fallzahlen keine allzu großen Reserven mehr. Es gibt Befürchtungen, dass nach weiteren Regenfällen die Hälfte der  Partien für die Versorgung der Mühlen ausfallen könnte. Ersten Schätzungen zufolge deutet sich ein Anteil von 50 Prozent Futterweizen im Westen an. Die Naturalgewichte haben sich nach den Regenfällen ebenfalls reduziert und liegen im Rheinland nur noch bei 73 bis 74 kg/Hektoliter. Auch die Proteinwerte fallen etwas niedriger als üblich aus, und teilweise unter 12 Prozent ab.
 
In Westfalen kommt der Weizen ebenfalls nicht mehr trocken vom Feld. Die Fallzahlen weisen noch größere Bandbreiten auf, fallen aber teilweise bis zu 80 ab. Die Naturalgewichte haben in eineinhalb Wochen etwa 4 kg/hl verloren und bewegen sich zwischen 72 und 75 kg/hl. Tendenziell schwächen sich die Weizenqualitäten auch im westfälischen Raum weiter ab und erste Landwirts-Partien sind von den Mühlen bereits gestoßen worden. Bei Weizen und Triticale lässt sich Auswuchs beobachten. Im Ostwestfalen scheinen sich die Fallzahlprobleme noch auf die frühen Sorten und Standorte zu beschränken. Der Handel hofft, dass sie Fallzahlen bei den späteren Sorten noch in Ordnung sind, zumal die  Hektolitergewichte dort in der Regel noch passen.
 
Der Roggenanbau spielt westdeutschen Raum keine allzu große Rolle. Die Fallzahlen haben ebenfalls gelitten und fallen zum Teil bis auf 80 ab. Die erste Sommerbraugerste kam ohne große Qualitätsprobleme herein. Die Proteinwerte passen, die etwas niedrigeren Vollkornanteile lassen sich aufbereiten. (St)
stats