Weizenqualität schwankt im Westen


Die in Westdeutschland geernteten Weizenpartien zeigen einen Trend zu etwas niedrigeren Proteinwerten. Die Tendenz geht zur Vermarktung ex Ernte.

Die Ernte lässt bereits erste repräsentative Schlüsse zu, denn in den Kerngebieten des Rheinlands ist der Weizendrusch zu etwa 40 Prozent fortgeschritten. In den nördlichen und südlichen Teilen ist sie noch nicht ganz so weit.

Auffallend in der Ernte 2012 ist, dass die Proteinwerte niedriger als in den Vorjahren ausfallen. Im Schnitt bewegen sie sich bei den B-Weizen-Sorten um rund 12 Prozent. Bei den ertragreichen Weizensorten fallen sie zum Teil bis auf 11,5 Prozent ab.

Die Naturalgewichte sind ansprechend und dürften im Schnitt 76 bis 78 kg/hl erreichen. Die Erträge fallen durchweg zufriedenstellend aus. Sie schwanken in den südlicheren Regionen zwischen 70 und 100 dt/ha und liegen in nördlicheren Landesteilen zwischen 95 und 100 dt/ha.

Die Fallzahlen bereiten bisher noch keine nennenswerten Probleme und bewegen sich noch im komfortablen Bereich zwischen 250 und 300 sec. Allerdings gibt es bereits vereinzelte Ausreißer. Vor allem bei den frühen Sorten wurde erster Auswuchs beobachtet, der sich möglicherweise auf Sorteneinflüsse zurückführen lässt.

Die Landwirte liefern Weizen weitgehend noch im Rahmen der bestehenden Vorkontrakte ab. Tendenziell lässt sich aber eine etwas größere Tendenz zum Abrechnen in der Ernte feststellen.

Die Erzeugerpreise im Rheinland schwanken zuletzt zwischen 220 bis 230 €/t, je nach Vorgaben der Terminmärkte. Für Futterweizen gibt es aufgrund der recht guten Nachfrage nur einen Abschlag von 3,00 bis 5,00 €/t auf die Backweizenpreise.

Im westfälischen Raum hat die Weizenernte gerade erst eingesetzt. Das Ertragsniveau liegt dort um die 100 dt/ha und mehr. Sogar auf den leichten Böden des westlichen Münsterlandes wurden ähnlich gute Erträge erzielt. In den Veredlungsregionen liegen die Erzeugerpreise für Weizen zwischen 235 und 240 €/t. (St)
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