In den Frühdruschgebieten Bayerns steht die Sommergersten-Ernte unmittelbar bevor. Wegen der Flächeneinschränkung wird weniger Menge erwartet. Gegenwärtig spricht noch alles für mittlere Hektarerträge von etwa 46 dt/ha. Das würde dem mehrjährigen Durchschnitt entsprechen, erklärte Dr. Markus Herz von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) am Dienstag anlässlich der Braugerstenrundfahrt in Unterfranken. Nach heutigen vorsichtigen Schätzungen könnte die bayerische Ernte in diesem Jahr 260.000 bis 300.000 t Qualitätsbraugerste bringen. Im Vorjahr waren es 400.000 t. Der Bedarf an Braugerste liegt in Bayern bei 550.000 t.

Die Preisfindung gestaltet sich aktuell schwierig. Es kommt kaum ein ex Ernte-Geschäft zustande. Vereinzelt werden Erzeugerpreise in einer Spanne von 160 bis 170 €/t netto, frei Erfasser diskutiert. Die Mälzer scheinen nur sehr begrenzt aufnahmefähig zu sein, da etliche Betriebe mit alterntiger Ware gut versorgt sind. Für Liefertermine ab September sind Einstandspreise von etwa 200 €/t franko Mälzerei im Gespräch. Braugerste sei mittlerweile zur spekulativsten Marktfrucht geworden, hieß es auf der Braugerstenrundfahrt. (HH) 
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