Hitze und Trockenheit machen den niedersächsischen Landwirten zwischen Ems im Westen und Elbe im Osten schwer zu schaffen. Ernteeinbußen bei Kartoffeln, Roggen, Gerste und Weizen zeichnen sich ab. So befürchtet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen auf trockenen Standorten geringere Getreideerträge und schlechtere Erntequalitäten. Auch Mais, der sich auf Grund der Kälte im Mai nur langsam entwickelte, braucht jetzt dringend Wasser, um den Wachstumsrückstand aufzuholen. In intensiven Ackerbauregionen helfen viele Landwirte bei Trockenheit mit künstlichem Regen nach. Alle verfügbaren Beregnungsmaschinen im Nordosten des Landes laufen ununterbrochen, insbesondere auf den leichten Böden. Auch Braugerste braucht Wasser, um die in Anbauverträgen vereinbarten Mengen abzusichern.

Mit Blick auf den Weizen nehmen die Sorgenfalten der Landwirte angesichts der Hitzewelle zu. Besonders groß ist die Besorgnis auf den leichten und mittleren Böden im Norden und Osten, wo die Bestände vereinzelt schon helle Stellen aufweisen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) spricht in einigen Regionen Niedersachsen bereits von „irreparablen Schäden".  Insgesamt aber zeichnet sich ein geteiltes Bild. Auf den schweren Böden sind zwar die Ertragsaussichten gedämpft, aber dafür könnten die Qualitäten gut ausfallen. Die Weizenernte dürfte in Norddeutschland Ende Juli beziehungsweise Anfang August starten. (NE)
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