Ernte 2016

Westen erntet nur noch schwachen Weizen


Mit dem Sommerwetter ist die Weizenernte in westdeutschen Raum weit vorangekommen. Im Rheinland stand heute Morgen nur 5 bis 10 Prozent des Weizens auf dem Halm. In Ostwestfalen fehlten noch etwa 30 Prozent der Weizenernte. Die zuletzt geernteten Partien kamen wieder weitgehend trocken herein. Die schwächeren Erträge haben sich durchweg bestätigt, liegen sie im Schnitt doch 10 bis 15 Prozent niedriger als im Vorjahr, bei einer allerdings größeren Streuung als üblich.  
 

Abschläge bei zu wenig Protein

Am Qualitätsbild hat sich nichts geändert und die Probleme haben sich auch zum Ende der Ernte fortgesetzt. Weizen in mühlenfähiger Qualität wurde so gut wie kaum noch gedroschen. Nur einzelne Partien wiesen noch ansprechen Fallzahlen von 200 Sekunden auf. Die Hektolitergewichte liegen im Schnitt zwischen 72 und 74 kg/hl. Auch die Proteinwerte enttäuschen oft. A-Weizenqualitäten werden häufig nicht erreicht. Auch bei Backweizen wurden die ersten Kontrakte von 12 Prozent Protein auf 11,5 Prozent Protein bei entsprechenden Preisabschlägen umgestellt.
 

Lösungen für die Landwirtschaft gesucht

 
Die Stimmung ist angespannt, denn auch in der Landwirtschaft zeichnen sich Probleme ab, die Qualitätskriterien für bestehende Vorkontrakten bedienen zu können. „Draußen ist viel Panik und Hektik im Markt und wir müssen sehen, wie wir in den nächsten zwei bis drei Wochen Lösungen für die bestehenden Kontrakte finden können“, so ein rheinischer Erfassungshändler. Die Erfassungsstufe hat noch keinen genauen Überblick über die Qualitäten, geht aber davon aus, dass sich zumindest ein Teil noch aufbereiten lässt.

Bis zu zwei Drittel Futterweizen

 
Das Marktaufkommen an Mühlenqualitäten wird sich im Westen erheblich reduzieren. Im Rheinland geht der Handel nach ersten groben Schätzungen davon aus, dass sich die Hälfte bis zwei Drittel nur noch als Futterweizen vermarkten lässt. Im westlichen Westfalen bringen noch rund 50 Prozent halbwegs mühlenfähige Qualitäten, im Ostwestfalen bringt die bisherige Weizenernte nur zu gut 20 Prozent Brotweizen-Qualität. Die Erzeugerpreise für Backweizen bewegen sich je nach Region zwischen 140 und 145 €/t. In den Zuschussgebieten werden in der Spitze bis zu 150 €/t für den Weizen an die Landwirte bezahlt. Für Futterweizen wird ein Abschlag von 10 t €/t auf Brotweizen genannt. (St) 
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