Regen und Abkühlung verschaffen den Feldbeständen Entspannung. Für eine Umkehr der festen Preisstimmung reicht es allerdings noch nicht. Marktexperten sehen den Trend der Getreidepreise in Deutschland weiterhin als stabil bis fest, zeigen die az-Erntegespräche. Bei der aktuellen Witterung könnten zwar die Erträge noch aufholen. Dessen ungeachtet sei derzeit von einer unterdurchschnittlichen Getreideernte auszugehen, bei knappen Bilanzen. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) rechnet aktuell mit einer um 1,4 Mio. t kleineren hiesigen Weizenernte von 21,4 Mio. t.

Da auch Schwarzmeerländer wie die Ukraine und Russland nach Winterschäden und regionaler Dürre weniger Getreide ernten werden, werden Deutschland und Frankreich 2012/13 mehr Weizen auf die Weltmärkte exportieren müssen, so die weitere Einschätzung der Marktexperten während der az-Erntegespräche. Für Weizen seien daher die Preisaussichten fest.

Das Gleiche gelte für den Futterbereich, da die Gerstenbilanz eng sei. Selbst die hohen Erwartungen an die globale Maisernte sorgen bei rege erwarteter Nachfrage aus dem Mischfutterbereich hierzulande voraussichtlich nicht für nachgebende Preise. 

Volatiler  könnten sich trotz einer weiterhin eng bleibenden Versorgungsbilanz in Deutschland und Europa die Rapspreise zeigen. Denn diese reagierten empfindlicher auf äußere Einflussfaktoren von den Finanzmärkten, da sie enger an den Rohölpreis gekoppelt sind. (az)
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