az-Podcast Ernte 2020

Viele taube Ähren in der Gerste


Foto: Pixabay

Die Ernte 2020 ist mit der Gerste gestartet. Die ersten Mähdrescher drehen in Süd- und Mitteldeutschland ihre Runden. In Normaljahren ist die Futtergerste eine verlässliche Kultur, die meistens einen sicheren Ertrag verspricht. Doch in diesem Jahr vermasselt die Gerste vielen Betrieben den Start mit schwach ausgebildeten Körnern.

Fast bundesweit hat es im Getreide Frostschäden gegeben, dabei hat es vor allem hat es die Gerste erwischt. Viele Ähren sind schlichtweg leer, die Erträge miserabel. Wenig zufrieden sind Landwirte derzeit mit den Erzeugerpreisen, die sie aus der Ernte heraus für ihre Gerste geboten bekommen. Sie seien, laut Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) für die Betriebe nicht kostendeckend. Für den Raps erhält der Erzeuger derzeit rund 340 €/t. Auch den Erzeugerpreis von Weizen im Durchschnitt von 160 €/t hält Rukwied für zu niedrig: „Da müssten 30 Euro pro Tonne mehr drin sein.“ Hinzu kommen die Verwerfungen auf dem Markt für Braugerste. Bundesweit gibt es seit März mit Beginn der Corona-Pandemie kein einziges Volksfest mehr, der Bierabsatz ist um 30 Prozent eingebrochen. Das bekommen auch Mälzereien und die Landwirte als Lieferanten von Braugerste zu spüren. Die Futtergerste in einigen Regionen hat Väterchen Frost im Mai kalt erwischt. Weil es mehrere Tag lang kalt war, hat die Ährenblüte gelitten. Viele Ähren sind taub, beschreiben Landwirte das Phänomen. Gerade in Nordsachsen mussten Betriebe die kaputten Bestände frühzeitig häckseln und haben die Ganzpflanzensilage als Substrat in der Biogasanlage verwendet. Einen Überblick zur aktuellen Situation der Gerstenernte gibt die 2. Folge vom az-podcast zur Ernte 2020, zusammengestellt und am Mikrofon Daphne Huber mit einigen Experten.



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