DBV-Erntebericht

Futterzukauf setzt Betriebe unter Druck


Mais befindet sich in einem mageren Zustand
Foto: da
Mais befindet sich in einem mageren Zustand

Immer häufiger werden Ertragsausfälle von existenzbedrohenden Ausmaßen bekannt gegeben. So auch der Bauernverband in seiner Erntemeldung, die noch unterhalb der Juli-Prognose des Raiffeisenverbandes liegt.

Die Ernte von Winterroggen ist in den Hauptanbaugebieten in vollem Gange. Selbst Winterweizen und Winterraps werden bereits gedroschen. Dabei zeige sich, dass auch die Feldfrüchte auf den ertragreicheren Standorten unter der lang anhaltenden Trockenheit gelitten hätten, heißt es beim DBV. Eine ebenso schwierige Situation ergebe sich für die Futterbereitstellung. „Die aktuellen Futterreserven drohen knapp zu werden, da der zweite und dritte Schnitt bei Grünland teilweise ausfiel. Auch leidet der Mais unter der Trockenheit", sagt DBV-Präsident Joachim Rukwied in Berlin.

DBV für steuerfreie Risikoausgleichsrücklage

Die daraus resultierende Notwendigkeit, Futter zuzukaufen, setze die Betriebe zusätzlich unter Druck. Vor diesem Hintergrund erneuerte der Bauernpräsident seine Forderung nach einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage, um die Betriebe bei der dringend notwendigen Liquidität zu unterstützen. Zudem komme es jetzt darauf an, wie Rukwied betonte, dass die Bundesländer in den besonders betroffenen Regionen die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, um die in Schwierigkeiten geratenen Landwirte direkt mit Finanzhilfen zu unterstützen.
Bisher können Betriebe zwar Rücklagen aus gewinnreichen Jahren bilden, müssen diese jedoch versteuern. Aus diesem Grund haben Betriebe in Ostdeutschland in den Jahren 2004 bis 2006 in neue Milchviehställe investiert. Wegen der niedrigen Milchpreise mussten die Betriebe Darlehen aufnehmen, die bis heute noch abgezahlt werden.

 

Die Wintergerste ist bis auf Restflächen in den Höhenlagen der Mittelgebirge und Süddeutschlands nahezu eingebracht, heißt es weiter beim DBV. Auf der Grundlage der vorliegenden Ernteergebnisse geht der DBV im Bundesdurchschnitt von einem Gerstenertrag von 6 t/ha aus. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hatte vor einer Woche noch 6,5 Gerste/ha geschätzt. Gegenüber dem durchschnittlichen Vorjahresertrag von knapp 7,4 t/ha entspricht die DBV-PrognoseRückgang von 18 Prozent. Die Erntemenge beziffert der DBV auf 7,3 Mio. t Gerste, gegenüber 9 Mio. t 2017, der Raiffeisenverband rechnet mit 7,9 Mio. t. Die starke Streuung der Ernteergebnisse von Totalausfall bis zu hohen Erträge führt Rukwied auf die oftmals nur kleinräumig auftretenden Gewitter zurück, die lokal Entspannung bei der Wasserversorgung brachten.
Umfrage in allen Ländern
Der 1. Erntebericht des DBV basiert auf Umfragen unter den 18 Landesbauernverbänden über die tatsächlich geernteten Mengen. Über den weiteren Verlauf der Getreide- und Rapsernte wird der DBV im vierzehntägigen Turnus berichten.

In Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt stehen fast zwei Drittel des deutschen Winterroggens, der zurzeit gedroschen wird. Die in diesen Bundesländern besonders ausgeprägte Trockenheit hat auch im Roggen zu massiven Ertragseinbrüchen von bis zu 40 Prozent gegenüber dem Vorjahresertrag geführt. Im Bundesdurchschnitt lassen die bisherigen Druschergebnisse einen Ertrag von 4 t/ha erwarten. Sollten sich die bisher erzielten Erträge bestätigen, erwartet der DBV eine Roggenernte bei einer wiederum kleineren Anbaufläche von 532.000 ha von nur knapp 2,2 (Vorjahr: 2,7 Mio. t).

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