DBV zieht Bilanz

Grundfutter fehlt an allen Ecken und Enden


Wegen der langen Trockenheit wird die Futterversorgung für tierhaltende Betriebe immer angespannter. Der Deutsche Bauernverband weist auf massive Einbußen hin.

„Die Grundfutterernte ist massiv eingebrochen“, berichtet heute Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV). „Vom Grünland konnte oft nur der erste Schnitt eingebracht werden. Vielerorts fielen der 2. und 3. Schnitt komplett aus“, so Rukwied.

Ausfälle bis zu 80 Prozent

Bundesweit schätzt der Bauernverband auf Basis einer Hochrechnung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI), dass 2018 nur und 20 Mio. t Grünfutter von Wiesen und Weiden sowie Ackerfutterflächen gewonnen werden kann. Der Rückgang zum Fünfjahresdurchschnitt beträgt 42 Prozent. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Regionen erheblich (siehe Grafik).
Grafik: az
Der DBV geht davon aus, dass die schlechte Futterversorgung im 2. Halbjahr zu weiteren Engpässen führen wird. Denn auch beim Mais zeichnen sich hohe Ertragseinbußen und zum Teil irreversible Trockenschäden ab. Bereits jetzt verfüttern die Milchviehhalter ihre Wintervorräte und müssen zusätzlich Futter zu hohen Preisen zukaufen. Die AMI nennt für Maissilage auf Basis 30 Prozent Trockengehalt für August einen Preis von 41,50 €/t. Zuletzt wurde Silomais im Sommer 2014 so hoch bezahlt. Üblicherweise liegen die Preise um die 35 €/t.

Viehbestände werden reduziert

Die Milchviehalter reagieren auf die angespannte Situation, indem sie zum Teil ihre Bestände abbauen. Der Markt für Schlachtkühe steht deshalb unter Druck. Die Preise haben nach DBV-Angaben innerhalb von vier Wochen um 11 Prozent nachgegeben. Auch die Milchanlieferung ist deutlich zurückgegangen, berichtet der DBV weiter. Bundesweit liegt die Milchanlieferung im laufenden Jahr jetzt erstmals unter dem Vorjahresniveau.

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