DRV-Ernteschätzung

Krasser Einbruch bei Körnermais


Früher als sonst muss der Mais geerntet werden. Die Bestände zeigen große Trockenschäden.
Foto: da
Früher als sonst muss der Mais geerntet werden. Die Bestände zeigen große Trockenschäden.

Die deutsche Getreideernte wird in diesem Jahr zum ersten Mal unter dem inländischen Verbrauch liegen. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) rechnet mit einer Ernte von 36,3 Mio. t Getreide.

Aufgrund der extremen Trockenheit der vergangenen Monate erwartet der DRV eine Getreideernte von 36,3 Mio. t. Damit liegt er fast gleichauf wie der Deutsche Bauernverband (DBV) vor einer Woche geschätzt hat.  Das ist der niedrigste Wert seit 1994. Das schwache Vorjahresergebnis in Höhe von 45,6 Mio. t  wird um gut 20 Prozent unterschritten, der langjährige Durchschnitt von 47,9 Mio. t um fast 25 Prozent verfehlt. Die Rapsernte wird wie im Vormonat bei rund 3,5 Mio. t liegen, 19 Prozent weniger als im Vorjahr.

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit ist die Nachfrage von viehhaltenden Betrieben und Biogasanlagen nach Mais zulasten von Körnermais stark angestiegen. Daher hat der DRV in seiner aktuellen Augustschätzung die Ernteflächen für diese Kultur in den südlichen und westlichen Bundesländern zwischen 10 und 25 Prozent verringert, in den nördlichen und östlichen sogar um bis zu 85 Prozent. Der Verband geht somit gegenwärtig von einer Erntefläche in Höhe von 276.000 ha statt bisher 442.000 ha aus. Die Körnermaisernte wird auf insgesamt 2,3 Mio. t, fast um die Hälfte weniger prognostiziert.

 

Die Erntemenge von Winterweizen ist ein weiteres Mal auf 19,3 Mio. t  nach unten angepasst worden, 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Wintergerste schätzt der Raiffeisenverband auf knapp 7,4 Mio. t, minus 18 Prozent. Das Ergebnis bei der Sommergerste sieht der Verband zwar mit knapp 2,1 Mio. t über dem Vorjahresniveau, der Grund dafür ist jedoch die stark angestiegene Anbaufläche. Die Roggenernte liegt bei knapp 2,1 Mio. t.

 

Mit dieser mageren Ernte schließt der DRV seine Schätzungen für das Jahr 2018 ab. Für Körnermais wird der Verband voraussichtlich in der ersten Novemberhälfte eine abschließende Bewertung veröffentlichen. Das Bundesagrarministerium (BMEL) wird am Freitag, 24. August seine vorläufige Ernteschätzung vorlegen. Anschließend wird entschieden, ob die Dürre einer nationalen Katatastrophe entspricht und damit der Bund an die Länder Hilfszahlungen an die betroffenen Landwirte ausbezahlt.

 

 

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