Dürre

Klöckner prüft nationale Katastrophe


Das Ausmaß der Ernteschäden wegen der Trockenheit lässt Bundesagrarministerin Julia Klöckner nicht kalt. Den betroffenen Betrieben stellt sie nach Prüfung finanzielle Hilfen vom Bund in Aussicht.

„Wir werden das Ausmaß der Ernteschäden genau in den Blick nehmen müssen", erklärte Klöckner am Samstag in einer Stellungnahme. In den vergangenen Tagen hat die extreme Dürre im Norden und Osten Deutschland das mediale Interesse erreicht. In vielen Fernseh- und Zeitungsberichten schildern Landwirte die Folgen des Wassermangels. Das Futter für die Tiere wird knapp und die Ernteausfälle betragen bis zu 50 Prozent bei Getreide und Raps.

Extreme Trockenheit in Nord- und Ostdeutschland
Klöckner ist mit den Landwirten im Gespräch dazu und verfolge die Situation mit Sorge:
„Kein Bauer fährt freiwillig seine notreife Ernte früher ein. Das ganze Jahr arbeiten die Bauern für unsere Lebensmittel – und dann stehen sie vor trockenen Böden und Pflanzen. Das ist bitter.“
Während der Obstanbau keine Beeinträchtigungen der Ernte erwartet, schadet die extreme Trockenheit besonders dem Getreide- und Rapsanbau. „Mein Ministerium prüft nach Abschluss der Ernte eingehend das Ausmaß der Ernteschäden", verspricht Klöckner.

Klöckner spricht damit die Möglichkeit an, dass der Bund eine nationale Katastrophe ausruft. In diesem Fall müssen jedoch zuerst die Landesregierungen in drei Bundesländern den Notstand wegen der Dürre ausrufen. Für Hilfsmaßnahmen bei Extremwetterereignissen – zu denen auch extreme Trocken-heit zählt – sind nach der Kompetenzverteilung die Länder zuständig. Bei Ereignissen von nationalem Ausmaß kann auch der Bund ausnahmsweise Hilfen leisten. Dies war beispielsweise 2017 wegen der Frostschäden in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern der Fall. Eine Bilanz der Schäden kann jedoch erst nach der Ernte gezogen werden. Im August legt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft seinen alljährlichen Erntebericht vor.
Das Land Sachsen trifft derzeit Vorkehrungen den landesweiten Notstand auszurufen. Dann müssen Betriebe nachweisen, dass ihr Ertragsausfall um 30 Prozent unter dem Schnitt der letzten drei Jahre liegt.  Besonders schwierig st dies, weil auch schon 2016 und 2017 schlechte Erntejahren waren. Auch Tierhalter haben es schwer, die Verluste von Grünlandschnitt und hofeigenem Futter zu bewerten. Diese liegen meist unter denen von Getreide und Raps. Wenn der Nachweis von einem Ernteverlust von 30 Prozent vorliegt, übernimmt das Land, wenn der Notstand gilt, 80 Prozent der Ausfälle. Verluste von 600.00 € in diesem Jahr in ostdeutschen Betrieben dürfte keine Seltenheit sein. Dann würde die Ausfallzahlung rund 500.000 € betragen. Das sind dann sogenannte verlorene Zuschüsse, da die Landwirte diese Hilfssummen nicht zurückbezahlen müsste.

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