Ernte 2018

Kleine Maisernte in Westfalen

In Westfalen fällt die Ernte deutlich kleiner aus als in den Vorjahren. Dafür erzielen die Erzeuger 30 bis 40 Prozent höhere Getreidepreise.

Insgesamt fällt die Erntebilanz 2018 für die Landwirtschaft wegen der Hitze und Dürre sehr durchwachsen aus. Dieses Fazit zog Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV), auf der Erntepressekonferenz des Verbands in Paderborn. Röring schätzt den durchschnittlichen Ertrag 2018 bei Getreide (ohne Körnermais) in Westfalen-Lippe auf rund 7 t/ha. Die Ernte liegt damit etwa 4 Prozent unter dem Ergebnis von 2017 und rund 10 Prozent unter dem Mittelwert der Jahre 2012 bis 2017. Die Erträge bei Winterraps lagen bei 3,4 t/ha, was im Vergleich zu 2017 und zum langjährigen Durchschnitt einem Minus von 9 oder 13 Prozent entspricht.

Drastische Rückgänge müssen die die Bauern bei Körner- und Silomais verkraften. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2017 erwartet der Verband Ertragseinbußen in einer Größenordnung von 30 bis 35 Prozent erwartet.

Preise 30 Prozent über Vorjahr

Die Qualität der Getreideernte 2018 in Westfalen-Lippe war fast überall sehr erfreulich, da die lange Trockenheit nicht nur für einen außergewöhnlich frühen Erntebeginn sorgte sondern auch Pilzbefall im Getreide verhinderte. Angesichts der kleineren Erntemenge und guter Qualitätsparameter zogen die Erzeugerpreise für Futtergetreide spürbar an. So liegen die Preise für Futterweizen, Futtergerste und Triticale aktuell zwischen 100 und 205 €/t damit etwa 30 bis 40 Prozent über dem Vorjahr.

Die Stimmung in der Landwirtschaft habe sich aus Sicht des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands seit Mitte 2017 deutlich eingetrübt. Unter anderem führen die unterdurchschnittliche Ernte und niedrige Preise vor allem auf den Fleischmärkten dazu, dass viele Landwirte spürbar weniger in Wirtschaftsgebäude und Maschinen, Hof- und Stalltechnik oder erneuerbare Energien investierten. In diesem Zusammenhang appellierte Röring in Paderborn an die politisch Verantwortlichen, sich angesichts der aktuellen Notsituation mit kostentreibenden Vorschlägen zum Um- oder Neubau zurückzuhalten.

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