Vorschätzung

Rapserträge in Frankreich enttäuschen

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Sehr schwache Rapserträge, aber ansehnliche Wintergerstenerträge zeichnen sich in Frankreich ab. Eine höhere Weizenernte könnte Rückgänge bei Mais ausgleichen.

In einer ersten Ernteschätzung der früh dreschenden Kulturen nennt die Statistikabteilung des Agrarministeriums in Paris (Agreste) für Wintergerste rund 9,1 Mio. t. Die Ernte wäre so hoch wie im Vorjahr. Höhere Hektarerträge dürften die leichte Flächeneinschränkung etwa ausgleichen. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 würde die Erzeugung um 4,9 Prozent ansteigen.

Raps bringt schwache Erträge

Für Raps hat sich das widrige Wetter im Frühjahr negativ ausgewirkt, meinen die Experten von Agreste und schätzen die diesjährige Ernte auf nur etwa 4,9 Mio. t. Sie wäre damit trotz einer Ausdehnung der Anbaufläche um 6,2 Prozent um 9,1 Prozent kleiner als das Vorjahresergebnis, das allerdings ungewöhnlich hoch war. Im mehrjährigen Vergleich würde die Rapsernte um 3,4 Prozent abfallen. Enttäuschen werden in Frankreich 2018 vermutlich die Rapserträge. Agreste schätzt 3,3 t/ha – im Vergleich zu 3,8 t/ha im Vorjahr und 3,4 t/ha im Fünfjahresmittel. Fast alle Regionen sind vom Ertragsrückgang betroffen, besonders aber der Norden und Osten. Auf einigen Flächen hat der Raps Knospen abgeworfen und überhaupt nicht geblüht. Vielerorts hat es außerdem massiven Insektenbefall gegeben.

Ansonsten hat Agreste die bisherigen Flächenschätzungen bestätigt. Auffallend ist die  kleine Körnermaisfläche. Sie wird in Frankreich zur Ernte 2018 voraussichtlich wie im Vorjahr nur rund 1,4 Mio. ha umfassen. Im Vergleich zum Fünfjahresmittel beträgt der Rückgang 12,5 Prozent. Die Statistikabteilung des Agrarministeriums in Paris begründet die Abkehr der französischen Landwirte vom Mais mit den niedrigen Preisen. Außerdem sind 2018 schwächere Erträge absehbar. Vor allem im Südwesten haben Stürme die Bestände niedergedrückt. France AgriMer hat deswegen Anfang Juni in seinem wöchentlichen Monitoring die Bonituren herabgestuft.

Mittlere Getreideernte zeichnet sich ab

Mitte Juli wird Agreste seine erste Ernteschätzung für alle Getreidearten außer Mais veröffentlichen. Es läuft aus heutiger Sicht auf eine Ernte in Vorjahreshöhe hinaus. Der europäische Handelsverband Coceral hat zu Wochenbeginn eine französische Getreideernte 2018 von 67 Mio. t geschätzt. Das wären nur 1 Prozent weniger als 2017. Höher als im Vorjahr könnte die Weichweizenernte ausfallen, deutlich niedriger dagegen die Maisernte.

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