Bild: Baumeister

Erste Druschergebnisse in Europa deuten auf niedrigere Erntemengen als im Vorjahr hin. Die Ernte in Übersee hingegen sorgt vermutlich für volle Läger.

Trotz des langen Winters und des kühlen Frühlingsanfangs hat die Rapsernte in diesem Jahr früh begonnen. Für Nordost- und Westeuropa werden laut Markteinschätzungen bisher unterdurchschnittliche Erträge gemeldet. Die Erntemenge in der EU 28 wird in diesem Jahr auf 20 Mio. t geschätzt. Das sind 2 Mio. t weniger als 2017. Für Deutschland werden teilweise 4 Mio. t vorausgesagt (Vorjahr 4,3 Mio. t.).

Aus der Sicht niedersächsischer Marktteilnehmer ist dies zu optimistisch. Teilweise wird nur mit 3,5 bis maximal 3,8 Mio. t gerechnet. In den Frühdruschgebieten würden nur 1,5 bis 2 t/ha geerntet, das ist um die Häfte weniger als im vergangenen Jahr. Die Erträge im Norden und rund um die Ostsee, also aus Regionen mit hohem Rapsanbau, fallen laut Marktteilnehmern noch schlechter aus. Lediglich im Süden Deutschlands sieht es besser aus. Die Qualitäten lassen ebenfalls stark zu wünschen übrig, Ölgehalte werden auf 40 bis 42 Prozent geschätzt, mindestens um 2 Prozent geringer als im vergangenen Jahr.

Die derzeitige Witterung könnte die Menge innerhalb der EU noch weiter reduzieren. Infolgedessen sind die Preise innerhalb des EU-Binnenmarkts gegenüber dem EU-Ausland angestiegen. Doch langfristig könnte sich die positive Tendenz in Luft auflösen, falls Raps aus Übersee aufgrund des Handelsstreits mit der USA auf den europäische Markt strömt, anstatt wie derzeit nach Asien. Weltweit sind die Ölsaaten- und Pflanzenölbestände vermutlich, trotz einer schlechten Ernte in Argentinien, ausreichend. Marktteilnehmer rechnen mit einem Aufbau der Vorräte in Übersee.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats