Ernte 2019

Bilanz in NRW durchwachsen


Mährdrescher bei der Weizenernte
Foto: da
Mährdrescher bei der Weizenernte

Das offizielle Ernteergebnis in Nordrhein-Westfalen zeigt zwar eine Erholung gegenüber dem Vorjahr. Doch die Ernte 2019 liegt unter dem mehrjährigen Durchschnitt.

Nordrhein-Westfalen hat am Mittwoch die offizielle Erntebilanz vorgelegt. „Im Vergleich zu den teils massiven Ertragseinbüßen des Vorjahres lassen die bisherigen Ernteergebnisse eine durchschnittliche Getreideernte erwarten“, sagte die Agrarministerin Ursula Heinen-Esser (CDU).

In diesem Jahr wurde in Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 3,8 Mio. t eine um 8,7 Prozent höhere Getreideernte (ohne Körnermais) als im Jahr 2018 eingefahren. Die Anbaufläche lag mit insgesamt 500.100 ha 3 Prozent über der Anbaufläche des vergangenen Jahres.

Fläche und Erträge unter Fünfjahres-Durchschnitt

Im Vergleich zum fünfjährigen Mittel wurde eine um 4,9 Prozent geringere Erntemenge ermittelt und eine um 2,4 Prozent geringere Anbaufläche. Hierbei ist in Folge der extremen Witterungsbedingungen der Vorjahre eine Zunahme der Anbaufläche von Wintergetreide auf Kosten von Anbaufläche von Sommergetreide ersichtlich. Die Qualität des Getreides bezeichnet das Landwirtschaftsministerium als überwiegend zufriedenstellend bis gut.

Bei Wintergerste mit 7,65 t/ha und Triticale mit 7,02 t/ha lagen die Erträge im Landesschnitt knapp über dem fünfjährigen Mittel. Bei den übrigen Getreidearten lagen die Erträge zwischen 4,2 Prozent (Winterweizen, 8,16 t/ha), 6,7 Prozent (Roggen, 6,19 t/ha) und 10,8 Prozent (Hafer, 4,94 t/ha) unter dem fünfjährigen Mittel. Dabei gibt es jedoch sehr große regionale und einzelbetriebliche Unterschiede.

Schwierige Situation bei Mais und Zuckerrüben

Wesentlich schwieriger als bei Getreide stellt sich nach Angaben des Ministeriums in Düsseldorf momentan die Situation in Nordrhein-Westfalen bei anderen Kulturen wie Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln sowie auf dem Grünland dar. Auch hier sind die Unterschiede in Abhängigkeit von den örtlichen Niederschlagsmengen und bei Kartoffeln zusätzlich von den Beregnungsmöglichkeiten enorm. Welche Erntemengen hier zu erzielen sind, wird auch von den Niederschlägen in den nächsten Wochen abhängen.

Auf den Grünlandflächen konnte aufgrund der niederschlagsreichen Wintermonate ein sehr guter erster und größtenteils ein zufriedenstellender zweiter Schnitt geerntet werden. Danach führte die Trockenheit jedoch zu einem weitgehenden Wachstumsstillstand, sodass kaum noch Wiederaustrieb und Zuwachs erfolgen konnte.

Auch Agravis übermittelt regional differenziertes Bild

Die durchwachsene, offizielle Erntebilanz in NRW passt zu dem Fazit, das die Agravis Raiffeisen AG in Münster und Hannover für ihre nordrhein-westfälischen Arbeitsgebiete zieht. In Ostwestfalen spricht die Hauptgenossenschaft am Mittwoch von „relativ normalen Erträgen“, vor allem bei Gerste. Dagegen seien bei Weizen regional starke Ertragsschwankungen zu verzeichnen. Es gebe generell weniger Brotweizen in der Region, der Futterweizen dominiere. In Westfalen-Süd, wozu das Sauerland, das Siegerland und das südöstliche Ruhrgebiet zählen, seien die Erträge bei Gerste und Weizen stabil, dafür gebe es qualitative Mängel wie etwa schwankende Proteingehalte.

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