Ernte 2019

DBV: Gerstenernte unterhalb der Erwartungen


Vielerorts konnte die Gerste trocken, teilweise sogar zu trocken eingefahren werden.
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Vielerorts konnte die Gerste trocken, teilweise sogar zu trocken eingefahren werden.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) taxiert nach einer ersten Bestandsaufnahme die Gerstenernte auf 9,7 Mio. t. Wegen der Hitzewelle Anfang Juni dürfte die gesamte Getreideernte in Deutschland geringer ausfallen als noch Anfang Juli vom DBV geschätzt. Konkrete Zahlen werden noch nicht genannt.

Zum aktuellen Stand der Getreideernte hat der DBV am Mittwoch seinen Erntebericht vorgelegt. „Nach den Ergebnissen bei der Wintergerste und aufgrund der Hitzewelle Ende Juni müssen wir unsere anfängliche Schätzung für eine gesamte Getreideernte in Höhe von 46,8 Mio. t. deutlich nach unten korrigieren“, kommentiert der Generalsekretär des DBV, Bernhard Krüsken, die laufende Ernte. Auf Nachfrage von agrarzeitung.de ist dem DBV keine neue aktualisierte Ernteschätzung zu entlocken. Auch über den Umfang von "deutlich" gibt es keine Hinweis zum Ausmaß. Fakt ist, dass nach den Umfragen bei den Landesbauernverbänden rund 100.000 t weniger Gerste eingefahren wurde als noch am 3. Juli bei der Erntepressekonferenz angegeben wurde. Deshalb rechnet der DBV jetzt mit einer Gerstenernte von rund 9,7 Mio. t ein. Das ist angesichts der um 10 Prozent gegenüber dem langjährigen Mittel gestiegenen Anbaufläche ein Plus von 5 Prozent. Die Hektarerträge erreichen im Mittel 7 t/ha und liegen damit unterhalb des Durchschnitts der Jahre 2013 bis 2017 in Höhe von 7,35 t/ha. Der Raiffeisenverband hatte am Dienstag die Wintergerstenernte aktuell auf 9,85 Mio. t und damit höher geschätzt als der DBV.

Ernteschätzung vielleicht in 14 Tagen

Noch nicht konkret zu beziffern sind nach DBV-Einschätzung die Auswirkungen der Hitzewelle Ende Juni auf die wichtigste Getreideart im deutschen Anbau, den Winterweizen, und auf die Sommergetreidearten. Insofern nennt der DBV derzeit keine neue Zahlen für die Gesamternte in Deutschland. Hingegen legte der DRV am gestrigen Dienstag seine neue korrigierte Ernteschätzung in Höhe von 46,5 Mio. t Getreide für Deutschland vor. Schon in 14 Tagen will der Bauernverband neue Zahlen vorlegen. Bis dahin könnte es mit Beginn der Weizenernte ein klareres Bild über den Umfang der Ernte geben.

Vom äußersten Norden Deutschlands und den Höhenlagen der Mittelgebirge abgesehen, ist die Wintergerste vom Halm. Die Hektolitergewichte sind mit 62 bis 68 kg vergleichsweise hoch und reichen im Süden und Mitteldeutschland an die 70 kg heran. Erfasser berichten von kleinen und sehr trockenen Körnern. Das kostet bei der Anlieferung Menge. Teilweise ist die Gerste mit einer Feuchte unterhalb von 10 Prozent angeliefert worden. Der Standard für die Abrechnung liegt bei 14,5 Prozent. Wegen des geringeren Gewichtest haben die Landwirte weniger Geld für die Gerste erhalten. An die Erzeuger werden rund 145 bis 150 €/t für die Gerste ab Station bezahlt.

Die Raps- und Weizenernte dürfte am trockenen Wochenende an den Start gehen.

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