Ernte 2019

Futter dringend gesucht


Durch die Hitze stellen viele Pflanzen das Wachstum ein.
Bild: da
Durch die Hitze stellen viele Pflanzen das Wachstum ein.

Die anhaltende Dürre bereitet den Tierhaltern zunehmend Sorgen. Landwirte wollen alle ökologischen Vorrangflächen zur Futtergewinnung nutzen.

Während es in Teilen Niedersachsens, Bayerns und Norddeutschland am Wochenende geregnet hat, waren die Niederschläge in Mitteldeutschland nicht ausreichend, um das Wasserdefizit auszugleichen. Vor allem die Bestände von Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln zeigen deutliche Anzeichen von Trockenstress und stellen das Wachstum ein. Angesichts leer gefegter Scheunen und Silos, stehen Tierhalter wie im Vorjahr vor dem Problem der Futterbeschaffung. Auch der Aufwuchs des Grünlandes ist wegen der Trockenheit eingeschränkt.

Immer mehr Bundesländer haben mittlerweile die Nutzung des Aufwuchses auf brachliegenden Flächen als Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) sowie auf sonstigen Bracheflächen für Futterzwecke in der Tierhaltung zugelassen. Dazu zählen Sachsen-Anhalt, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern. In Bayern ist die Freigabe auf bestimmte Regionen begrenzt. In Rheinland-Pfalz beginnt die Nutzung der Brachflächen am 16. Juli. Landwirte wollen nicht nur auf Brachflächen die Ausnahmen haben, sondern die Erlaubnis soll für die gesamten ökologischen Ausgleichflächen gelten.

Betriebe, die mehr als 15 ha Ackerland bewirtschaften, müssen nach den Regeln der Gemeinsamen Agrarpolitik in der EU (GAP) 5 Prozent als ökologische Vorrangflächen bereitstellen. Dies kann unter anderem über Bracheflächen erfolgen. Eine Nutzung von Bracheflächen, die als ökologische Vorrangflächen (ÖVF) ausgewiesen sind, ist aufgrund nationaler Regelungen frühestens ab dem 1. Juli zulässig. Dazu können notleidende Betriebe ab Anfang Juli Anträge an das zuständige Amt für Flurneuordnung und Forsten (ALFF) formlos stellen. Eingegangene Anträge werden die Ämter zügig bearbeiten, sagt das Ministerium in Magdeburg zu.

Als Futter zulässig

Die Futternutzung durch notleidende Nachbarbetriebe mit Viehhaltung ist zulässig und muss im Antrag konkret benannt werden. Eine Verwendung des Aufwuchses für andere Zwecke (zum Beispiel in einer Biogasanlage) ist nicht zulässig. Die Ausnahmen gelten ausschließlich zur Futterversorgung in tierhaltenden Betrieben aufgrund regionaler Engpässe.

Dies gilt auch für Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern, in denen das Futter wegen Hitze und Trockenheit knapp wird. Allerdings teilt das Agrarministerium mit, dass Landwirte im Interesse der Insekten und anderer Tiere pro stillgelegter Parzelle maximal 80 Prozent der Fläche nutzen dürfen, so dass für Insekten ein Rückzugsraum erhalten bleibt. Ein gesonderter Antrag sei dazu ist nicht erforderlich. Durch diese Ausnahmegenehmigung stehen in Mecklenburg-Vorpommern rund 26.000 ha zusätzlich für die Futtergewinnung zur Verfügung.

In Rheinland-Pfalz dürfen Landwirte ab dem 16. Juli 2019 brachliegende Ackerflächen als Tierweide oder als Schnitt zu Futterzwecken nutzen. Nicht unter die Ausnahmegenehmigung fallen Honigbrachen Ein Großteil der Ackerbrachen sei aktiv begrünt und biete somit eine gute Möglichkeit, die bestehenden Futterengpässe zumindest teilweise auszugleichen, teilt das Ministerium in Mainz mit.

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