Ernte 2019

Hitzewelle hinterlässt Spuren in der DRV-Prognose


Der Weizendrusch in Deutschland ist weitgehend abgeschlossen.
Foto: da
Der Weizendrusch in Deutschland ist weitgehend abgeschlossen.

In seiner letzten Ernteprognose für 2019 senkt der Deutsche Raiffeisenverband seine Erwartungen an die Weizenproduktion hierzulande noch einmal. Besonders die ostdeutschen Bestände haben unter der Hitze gelitten.

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) geht in seiner aktuellen Prognose von einer Getreideernte in Höhe von 46,2 (Vormonat: 46,5) Mio. t aus. Dieser Wert entspricht dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, teilte der Verband am Mittwoch in Berlin mit. Im Juni hatte der DRV die deutsche Getreideernte 2019 allerdings noch mit 48 Mio. t beziffert. „Der Regen der vergangenen Wochen ist gerade noch rechtzeitig gefallen, um die Körnermaisbestände vor weiteren Schäden zu bewahren“, kommentiert DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler das Ergebnis der Schätzung.

Die heiße und trockene Witterung Ende Juli hat dem Verband zufolge zu weiteren Ertragsverlusten und heterogenen Qualitäten geführt. Eine Ausnahme bildet Wintergerste, die bereits druschreif war, als die Hitzewelle begann. Der DRV hat seine Prognose für die deutsche Wintergerstenernte im Vergleich zum Vormonat auf knapp 10,1 (9,9) Mio. t leicht angehoben.

Schmachtkorn bei Sommergerste

Ein anderes Bild ergibt sich bei Winterweizen, der von den Rekordtemperaturen in vielen Regionen noch in der Abreifephase getroffen wurde. Der DRV senkt seine Prognose für den Winterweizendrusch auf 23,3 (23,6) Mio. t. Besonders betroffen waren weite Teile im Osten Deutschlands, da die Böden dort aufgrund der extremen Dürre des vergangenen Jahres bereits trocken waren. Die Qualitäten schwanken je nach Standort, sind aber nach den derzeit vorliegenden Ergebnissen in der Summe gut bis durchschnittlich. Bei Sommergerste ist witterungsbedingt teilweise ein hoher Schmachtkornanteil festzustellen.

Niedrigste Rapsernte seit 1997

Für Raps hat der DRV die Ernteprognose im Vergleich zum Vormonat um fast 200.000 t abgesenkt und erwartet nur noch 2,8 Mio.t. „Damit wird die niedrigste Erntemenge seit 1997 eingefahren, der Fünf-Jahres-Durchschnitt von gut 4,7 Millionen Tonnen um fast 40 Prozent verfehlt“, kommentierte Seedler die Zahl. Das niedrige Ergebnis sei auch auf den deutlichen Flächenrückgang gegenüber dem Vorjahr zurückzuführen. Das Statistische Bundesamt geht aktuell von einer 30 Prozent kleineren Rapsfläche aus.

Für Körnermais wird der DRV voraussichtlich in der ersten Novemberhälfte eine abschließende Bewertung veröffentlichen. Aktuell geht der Verband von 3,9 (4,1) Mio. t aus.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats