Ernte Frankreich

Hohe Erträge haben ihren Preis


Weizen weist im Osten Frankreichs höhere Proteingehalte auf als im Westen des Landes.
Foto: Arvalis
Weizen weist im Osten Frankreichs höhere Proteingehalte auf als im Westen des Landes.

Vor allem Gerste bringt in Frankreich wenig Eiweiß. Zum Teil kommt es zu Herabstufungen. Bei Raps sind die ersten Qualitätsergebnisse sehr heterogen.

Nach der Ernteschätzung der Statistikabteilung des Agrarministeriums in Paris (Agreste), die eine überdurchschnittliche Weichweizen- und Gerstenernte, aber eine sehr kleine Rapsernte in Aussicht stellt, ergänzt das Agraramt France AgriMer Qualitätsdaten zu den Kulturen.

Weichweizen mit zufriedenstellendem Protein

Bei Weizen hat die Hitzewelle von Ende Juni bis Mitte Juli zum Teil die Kornfüllung gebremst. Dort, wo bereits das trockene Wetter im April die Anzahl Ähren reduziert hat oder in spät gesäten Beständen sind nach Auskunft von France AgriMer Ertragseinbußen zu beobachten. Dennoch beurteilen die Agrarexperten für Weizen und Gerste das Ertragsniveau in den meisten Regionen als gut bis sehr gut. Zu den Qualitäten des Weichweizens berichtet France AgriMer angesichts der hohen Erträge von zufriedenstellenden Proteinwerten. Sie reichen von 10,5 bis 11,5 Prozent in der westlichen Hälfte des Landes und von 11,5 bis 12,5 Prozent in der östlichen Hälfte. Die spezifischen Gewichte gelten in ganz Frankreich als sehr gut mit einem nationalen Durchschnitt von voraussichtlich 79 bis 80 kg/hl ohne wesentliche Ausreißer. Wegen der trockenen Erntebedingungen sind auch keine Probleme mit zu niedrigen Fallzahlen aufgetreten.

Vollgerstenanteile der Wintergerste im Osten geringer

Die Wintergerste ist dank ihrer frühen Reife nicht mehr durch die Hitzewelle ab Ende Juni beeinträchtigt gewesen. Deswegen bezeichnet France AgriMer die Erträge als gut und die spezifischen Gewichte mit durchschnittlich etwa 66 bis 67 kg/hl ebenfalls als gut. Winterbraugerste bringt in den meisten Regionen tendenziell niedrige Proteingehalte von etwa 10 Prozent. Bei den Vollgerstenanteilen berichtet France AgriMer von einem West-Ost-Gefälle. Sehr gute Werte sind im Westen festzustellen, im Norden und Zentrum sind sie zufriedenstellend, im Osten – also dort, wo die meiste Braugerste angebaut wird – liegt sie eher im unteren Feld der Qualitätsanforderung.

Sommerbraugerste hat zu wenig Eiweiß

Hoch ist die französische Erzeugung von Sommergerste – sowohl dank einer kräftig ausgedehnten Fläche als auch hoher Erträge in allen Anbaugebieten. Die hohen Erträge haben jedoch meist eine Stickstoffverdünnung zur Folge gehabt. Deswegen sind die Proteingehalte der Braugerstensorten nach Aussage von France AgriMer mit durchschnittlich 9 bis 9,5 Prozent eher zu niedrig. Deswegen könnte es zu Herabstufungen kommen. Meist sind bei der Sommerbraugerste die spezifischen Gewichte. Die Kalibrierungen reichen je nach Region von durchschnittlich über gut bis sehr gut.

Rapsqualität zeigt große Abweichungen

Die Rapserträge haben in Frankreich enttäuscht. Allerdings berichtet France AgriMer auch von einem hohen Maß an Heterogenität der Erträge von einer Region zur anderen, aber auch innerhalb einzelner Regionen. Sehr große Ausschläge von 37 bis 47 Prozent zeigen auch die Ölgehalte. Im Landesdurchschnitt ist der Wert der Ernte 2019 mit 43 Prozent höher als im Vorjahr.
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Frankreich Gerste

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