Die hessische Wintergerste hat ein Zehntel mehr Ertrag gebracht als im vergangenen Jahr. Bei Weizen und Raps könnte es anders ausgehen.

Diese Nachricht verkündet der hessische Bauernpräsident Karsten Schmal am Donnerstag beim Erntegespräch auf einem Hof im mittelhessischen Rechtenbach. Die auf 65.000 Hektar angebaute Wintergerste ist das zweitwichtigste Getreide nach Winterweizen, der sich auf 160.000 Hektar findet.

In Mittelhessen berichten Landwirte von guten Erträgen bei der Ernte von Winterbraugerste. Bis zu 9 t/ha konnte ein hessischer Landwirt vom Feld holen. Die Kehrseite: Die Proteingehalte schwächeln mit 8 Prozent stark. Im Durchschnitt liegt der Ertrag aber eher bei 7,5 t/ha mit grundsätzlich schwachen Qualitäten. Landwirte nahe der rheinland-pfälzischen Landesgrenze berichten, dass die Wintergerste in Hessen von einem frühen Aussaattermin und guten Böden profitiert hat. Landwirt Thomas Kunz hat durchschnittlich zwischen 6 und 7 bis 9,5 t/ha geerntet. Auf den schlechten Böden, die darüber hinaus spät gedrillt wurden, hat die Trockenperiode die Gerstenpflanzen zu früh erwischt. Mit der Konsequenz von 20 Prozent Ertragsverlust, so Kunz.

Winterweizen: Keine gute Ernte erwartet

Winterweizen reagiert, so Kunz, am empfindlichsten auf hohe Temperaturen. Allerdings habe die Ernte in den Frühdruschgebieten gerade erst begonnen, sodass er noch keine Aussagen treffen will. Der hessische Bauernverband fasst auf seinem Erntegespräch zusammen, Hitze und Trockneheit haben den Weizen vorzeitig reifen lassen, sodass keine gute Ernte erwartet werden könne.

Früher Raps hat den Vorteil

Wegen der Hitzeperiode vor rund 14 Tagen könnten die Rapskörner kleiner ausfallen, schätzt der hessische Landwirt Thomas Kunz, der Flächen nahe der rheinland-pfälzischen Landesgrenze bewirtschaftet. "Die Trockenheit wird zu Ernteeinbußen führen", führt Kunz aus. Dabei könnten die Ertragsverluste womöglich zwischen 10 und 40 Prozent liegen. Die Höhe des Ertragsverlustes sei dabei sowohl eng an die Bonität der Boden als auch an den Aussaattermin geknüpft. Frühe Saat hat die Trockenheit, die entsprechend in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium aufgetreten ist, gut kompenisert. Die guten Böden haben darüber hinaus das Wasser aus dem regenreichen Mai gut aufgenommen.



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