Ernte 2019

Österreich rechnet sich Chancen für Weizen aus


Österreich rechnet 2019 mit einem recht ausgewogenen Verhältnis der verschiedenen Weizenqualitäten.
Foto: M. Großmann/pixelio.de
Österreich rechnet 2019 mit einem recht ausgewogenen Verhältnis der verschiedenen Weizenqualitäten.

Die österreichische Ernte bringt deutlich mehr Gerste, Roggen und Soja, aber sehr wenig Raps. Die Weizenvermarktung steht vor neuen Vorzeichen.

Die österreichische Getreideernte 2019 erreicht nach zwei trockenen Vorjahren ein durchschnittliches Niveau. Die Agrarmarkt Austria (AMA) schätzt das diesjährige Ergebnis auf rund 2,9 Mio. t Getreide (ohne Mais). Es wären 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Einschließlich Mais könnte die Ernte nach ersten Prognosen etwa 5 Mio. t erreichen.

Eher enttäuschend ist die Erntemenge von Weichweizen. Wegen einer deutlichen Flächeneinschränkung wird sie um 14 Prozent unter den Fünfjahresdurchschnitt auf rund 1,3 Mio. t abfallen. Im Vergleich zum schwachen Vorjahresergebnis errechnet sich lediglich ein Plus um 6 Prozent.

Weizen mit ausgewogener Qualitätsverteilung

Recht erfreulich sind aber die Weizenqualitäten. Die AMA rechnet 2019 – anders als in den Vorjahren – mit einer ausgewogenen Qualitätsverteilung von Mahl-, Qualitäts- und Premiumweizen. Österreichweit wird der Anteil von Premium- und Qualitätsweizen auf zusammen rund 65 Prozent sowie Mahlweizen auf rund 25 Prozent geschätzt. „Daher bestehen gute Chancen für die Vermarktung an die inländische Mühlenindustrie und den Export, vor allem nach Italien“, kommentiert Günter Griesmayr, Vorstandsvorsitzender der AMA.

Mehr Roggen und Wintergerste

Die österreichische Roggenernte 2019 könnte mit gut 200.000 t nach den AMA-Schätzungen deutlich höher als im Vorjahr und auch wesentlich größer als im Fünfjahresdurchschnitt ausfallen. Grund ist eine kräftig ausgedehnte Anbaufläche bei zufriedenstellenden Erträgen. Auch Wintergerste bringt auf größerer Fläche reichlich Menge. Die AMA schätzt eine Ernte 2019 gut 640.000 t, das wären 20 Prozent mehr als 2018.

Das Sommerbraugerstenangebot liegt – trotz eines Flächeneinbruchs – dank wesentlich besserer Erträge als im Vorjahr sowie guter Qualitäten über dem schwachen Vorjahr. Die AMA geht von einem Mengenzuwachs von etwa 4 Prozent auf 160.000 t Sommergerste 2019 aus. Ähnlich hoch wie im Vorjahr könnte die österreichische Körnermaisernte werden. Die AMA rechnet auf leicht ausgedehnter Fläche, aber etwas geringeren Erträgen, mit 2,1 Mio. t Körnermais.

Raps- und Rübenfläche schrumpfen deutlich

Kräftig gesunken ist dagegen auf kleinere Anbaufläche bei mageren Erträgen von nur etwa 2,6 t/ha die Rapserzeugung. Der Rückgang im Vergleich zum bereits schwachen Vorjahr beträgt 23 Prozent. Die österreichische Erntemenge 2019 beläuft sich auf weniger als 95.000 t. Zur Rübenernte gibt es noch keine Schätzung, fest steht aber, dass die österreichische Anbaufläche 2019 weiter geschrumpft ist.

Bei Soja Platz 5 in der EU-28

Weiter dazugewonnen hat 2019 die Sojabohnenfläche. Österreich ist nach Italien, Rumänien, Frankreich und Kroatien mit einer Anbaufläche von 69.000 ha mittlerweile der fünftgrößte Sojaproduzent aller 28 EU-Mitgliedstaaten. Zum Vergleich: In Deutschland schätzt das Statistische Bundesamt 2019 eine Sojafläche von 29.000 ha.

Ökofläche wächst weiter

Schließlich registriert die AMA anhaltendes Wachstum des Ökoanbaus. Der Bio-Anteil an der Gesamtackerfläche beträgt mittlerweile 20 Prozent. Den Bio-Anteil an der Gesamtgetreideproduktion schätzt die AMA auf 11 Prozent.

 

 

 

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