Ernte 2019

Polen drischt unterdurchschnittlich


Polen wird mehr Getreide und Raps als im schwachen Vorjahr ernten. Wegen Trockenheit sind die Ergebnisse jedoch unterdurchschnittlich.

Die polnische Getreideernte (ohne Mais) wird nach der ersten Schätzung des Statistikamtes in Warschau rund 24,6 Mio. t erreichen und damit das Vorjahresergebnis um 8 Prozent übertreffen. Raps könnte mit 2,3 Mio. t rund 4 Prozent mehr als im Vorjahr bringen. Da jedoch 2018 ein ausgesprochen schwaches Jahr war, wäre das jetzt geschätzte Ergebnis für polnische Verhältnisse eher enttäuschend. Verglichen mit dem Fünfjahresdurchschnitt würde die Getreideernte 2019 um 4 Prozent und die Rapsernte um 13 Prozent zurückfallen.

Als ungünstige Einflüsse auf die Pflanzenentwicklung nennt das Statistikamt die außergewöhnlich hohen Lufttemperaturen im Juni, die gepaart mit geringen Niederschlägen die Böden übermäßig ausgetrocknet haben. Hinzu kamen lokal im Juni Hagelstürme.

Die Trockenheit wird voraussichtlich zu einer Verringerung der polnischen Kartoffelernte führen. Bei Zuckerrüben berichtet das Statistikamt zum Stand Mitte Juli noch von guten Beständen, sodass die Erntemenge von den weiteren Niederschlägen abhängen wird.

Rund 1,5 Mio. ha Agrarfläche von Dürre bedroht

Zur Trockenheit stellt das Nationale Institut für Bodenkunde und Pflanzenbau (IUNG) fest, dass sie 2019 regional sehr differenzierte Ausmaße annimmt. Extrem trocken ist es in einem Streifen, der sich im Westen von der Grenze zu Brandenburg bis Warschau zieht. Im Südwesten, Nordosten und Südosten ist die Situation dagegen entspannter. Das Institut hat vor einer Woche ermittelt, dass landesweit rund 1,5 Mio. ha Agrarfläche von Dürre bedroht sind. Der Flächenumfang ist kleiner als vor einem Jahr. Sorgen bereitet den Fachleuten jedoch, dass sich das Problem noch vergrößern kann.

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