Ernte 2019

Preise haben Luft nach oben


Aktuell führt der Rhein Normalwasser.
Bild: da
Aktuell führt der Rhein Normalwasser.

Die Kornkammer Baden macht in diesem Jahr ihrem Ruf alle Ehre. Ein kühler und nasser Mai füllte die Scheunen der Landwirte. Sonne und Regen wechselten sich in der richtigen Mischung ab.

Die ZG Raiffeisen blickt auf eine sehr gute Getreideernte, die über dem bundesdeutschen Durchschnitt liegt. Ende Juli war die Ernte in der Rheinebene abgeschlossen. Die Weizenerträge liegen mit 8 bis 8 t/ha auf einem befriedigenden Niveau. Vereinzelt waren sogar über 10 t/ha erzielen. Selbst das in Restdeutschland kritische Hektolitergewicht ist in Baden mit 76 bis 78 kg befriedigend ausgefallen.

Die Braugerste wurde trocken eingebracht, sagte Dr. Ewald Glaser heute in Karlsruhe . Die Erträge liegen mit 7 t/ha deutlich über dem Vorjahr. Die Eiweißwerte streuen stark, es gibt viele Anlieferungen mit unter 9,5 Prozent Eiweiß, führte Glaser aus.

Bei aller Freude über die gute Getreideernte gab es bei Raps große Enttäuschungen. Der durchschnittliche Ertrag schwankte zwischen 2 bis 4 t/ha. Den Flächenrückgang beim Raps bekam auch die ZG zu spüren. Im Frühjahr 2019 kam zum Käferbefall auch noch die Knospenwelke hinzu und führte zu Ertragseinbußen. Sogar im Frühjahr wurden noch Bestände umbrochen. In Baden-Württemberg betrug der Einbruch der Rapsfläche um 15,7 Prozent bei Raps, ähnlich wie im Arbeitsgebiet der ZG. Einschließlich Mais beträgt die Getreideernte in Baden-Württemberg 3,7 Mio. t Getreide. 


"Die Rekordhitze im Juli war für manche Maisschläge im ZG-Gebiet zwischen Tauberbischofsheim bis zum Bodensee tödlich“, sagte Franz Utz, Leiter der ZG-Getreideabteilung. „Um Mannheim herum, haben wir deutlich absterbende Bestände.“  Hier dürften die Landwirte ein schlechtes Ergebnis einfahren, glaubt Utz.

Auf dem dem Regenradar verfolgt der Experte ständig die Meldungen. Ab Dienstag abend soll es auch im Mais-Hauptanbaugebiet der Ortenau zwischen Offenburg und Freiburg regnen. Hier sind die Maisfelder deutlich geschädigt. „Sollte es jetzt nicht regnen, haben wir große Probleme. Noch ist der Mais in der Phase, wo er reduziert“, sagt Utz.

Die Preisentwicklung bezeichnete Glaser in der Ernte als rückläufig. Doch sieht er  gemeinsam mit Utz noch Luft nach oben, was die Entwicklung der Weizenpreise betrifft. Deshalb fordert der Vorstand die Landwirte auf, die Preisabsicherungsmodelle der ZG zu nutzen, um damit die weitere Entwicklung mitzunehmen. Derzeit bewegen sich die Erzeugerpreise von Weizen zwischen 145 bis 150 €/t. Dazu kommen Prämien für höhere Proteingehalte.

Als unübersichtlich bezeichnet Glaser die Preisentwicklung für Körnermais. Entscheidend wird die Produktion in der Ukraine sein, die im vergangenen Jahr sehr viel Mais nach Deutschland geliefert hat. Landwirte, die noch keinen Kontrakt für Mais abgeschlossen haben, empfehlen Utz und Glaser den Abschluss eines Preis-Absicherungs-Prämien-Kontraktes (PAP). Damit könnten sie von einem eventuellen Preisanstieg, den Glaser nicht ausschließen möchte, profitieren. Bei den Trocknungskosten erwartet er keine Veränderungen. Zum aktuellen Zeitpunkt führt der Rhein Normalwasser. Doch durch den Ausbau der Lagerkapazitäten der Maislager und die Zusammenarbeit mit dem französischen Joint-Venture CAC kann die ZG die Niedrigwasserphasen auf dem Rhein besser abpuffern. Damit lassen sich auch LKW-Frachten für Umlagerungen während der Maisernte weiter reduzieren.

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  1. singend swingendes Getreidekörnchen
    Erstellt 6. August 2019 16:02 | Permanent-Link

    Na, das sind doch einmal äußerst positive Nachrichten aus der Badener Kornkammer: Endlich dürfen die Landwirte im Einzugsgebiet der ZG Raiffeisen Karlsruhe, die seit Jahren mehr als tapfer die rote Laterne im alljährlichen bundesweiten Einkommensranking tragen müssen, sich eines solchen doch sehr unehrenhaften Ballastes entledigen.

    Ich habe mir diese Ein- und Ausblicke sofort archiviert; verheißt das schließlich hoffnungsverheißend für alle Genossen doch sicherlich satte Renditen bei der Präsentation einer solchen Vorzeige-Genossenschaftsbilanz im Nachgang bei einem ansonsten doch eher auch erheblich belasteten Ausnahmejahr 2019.

    Jetzt ist man sicherlich glücklicherweise in effectu imstande, entsprechende Rücklagen zu tätigen, sollte das Bundeskartellamt vielleicht doch noch als kleiner Spielverderber vorstellig werden wollen.

    Nun, ich bin dahingehend aber äußerst zuversichtlich, der unerschöpfliche Intellekt von jetzt drei Vorstandsmitgliedern weiß sicherlich die richtigen zukunftsfähigen Weichenstellungen ganz im Sinne eines als immaterielles Weltkulturerbe geadelten Genossenschaftsgedankens zu tätigen, schließlich nehmen die hauseigenen Mitglieder für selbige Vorstandsgehälter ja auch eine Stange Geld in die Hand; Kapital, das schlussendlich ganz im Sinne dieser Genossen arbeiten muss.

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