Ernte 2019

Stabile Gerstenerträge in Sachsen


Bei bewölktem Himmel startet die Gerstenernte in Sachsen: Sven Ludewig und Wolfgang Vogel, Bauernland GmbH, Getreidekönigin Elisabeth und Thomas Schmidt, Agrarminister in Sachsen (v.l.n.r.).
Foto: da
Bei bewölktem Himmel startet die Gerstenernte in Sachsen: Sven Ludewig und Wolfgang Vogel, Bauernland GmbH, Getreidekönigin Elisabeth und Thomas Schmidt, Agrarminister in Sachsen (v.l.n.r.).

Die bisher großen Ernteerwartungen dürften sich in Sachsen nicht bestätigen. Nach der Hitzewelle im Juni könnte es Einbußen von bis zu 10 Prozent bei Getreide und Raps im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt geben.

Die Gerstenernte in Sachsen steuert ihrem ersten Höhepunkt in dieser Woche entgegen. Bei bewölktem Himmel und angenehmen 24 Grad Celsius drehte Sven Ludewig heute in Anwesenheit des Agrarministers in Sachsen, Thomas Schmidt und Landesbauernpräsident Wolfgang Vogel seine ersten Runden mit dem Mähdrescher. Bei der Gerste ist Vogel mit Erträgen von 5 bis 7 t/ha zufrieden. Es gab auch schon 9 t/ha, sagte Vogel vor der Presse auf seinem Betrieb Bauernland GmbH in Grimma-Baiersdorf. Regional ist die Gerste in Sachsen ins Lager gegangen. Die Hektolitergewichte schwanken zwischen 63 bis 66 hl/kg, es gab auch schon Ausreißer von unter 60 hl/kg, sagte Vogel. Auffallend ist der Anteil von 12 bis zu 20 Prozent Schmachtkorn in der Gerste , wo die Körner nicht ausgereift sind.

Der Agrarhandel in Sachsen zahlt für die Futttergerste zwischen 140 und 145  €/t ab Station. Das sind immerhin 15 €/t mehr als zum Vorjahreszeitpunkt von 130 €/t. Trocknungskosten fallen bei 10 Prozent Feuchtigkeit nicht an. Allerdings sind die Gerstenpreise nach der Ernte 2018 wegen den schwachen Erträgen nach oben geschnellt.

Ernte 2019
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Aufmerksam beobachtet Vogel die Weizenbestände. „Bei Getreide wird es keine größeren Ausfälle mehr geben“, glaubt Vogel. Aber bleibt der Regen weiter aus, dann schätzt der Landwirte die Einbußen in Sachsen auf 10 Prozent bei Weizen, Zuckerrüben und Mais gegenüber dem langjährigen Mittel. Besonders Mais leidet unter dem Wassermangel. Die ersten Blätter sind wegen Trockenstress eingerollt. Weizen und Hafer machen bei der extremen Sonneneinstrahlung zu und führen keine Vegetation mehr durch.

Auch beim Raps gibt es Probleme, sagt Vogel der den Rapsanbau in seinem Betrieb auf 300 bis 350 ha eingeschränkt hat und baut dafür Leguminosen an. „Wir werden die Höchsterträge bei den Erbsen von 4t/ha  wegen der extremen Sonneneinstrahlung nicht erreichen“, sagt Vogel. Die Ertragsaussichten für Roggen, Durum und Weizen liegen bei 5 bis 6 t/ha. Ein Phänomen des Dürrejahres 2018 ist der häufig anzutreffende Zwiewuchs. Denn das Ausfallgetreide konnte nach der Ernte 2018 wegen der Trockenheit nicht auflaufen. Jetzt schiebt sich sehr viel Gerste und Roggen unter den Weizen und Durum. Wer sich vertraglich nicht abgesichert hat, muss mit Abschlägen beim Handel rechnen. Einige Landwirte haben zuvor schon Gerste und Roggen früh geerntet und verwenden sie für die Ganzpflanzensilage.

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