Ernte 2019

Viel Weizen und wenig Raps in Frankreich


Mais bringt in Frankreich wohl noch weniger Ertrag als im schwachen Vorjahr. Eine herbe Enttäuschung hält auch Raps bereit. Die Weizenernte könnte indes einen Rekord bringen.

Für die französische Maisernte 2019 gibt die Statistikabteilung des Agrarministeriums in Paris (Agreste) eine erste Schätzung ab. Das Aufkommen an Körnermais (einschließlich Saatgut) wäre mit 13,4 Mio. t zwar um 4,8 Prozent größer als 2018, aber nur dank einer ausgedehnten Fläche. Die Erträge fallen voraussichtlich weiter zurück. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2018 wäre die Maisernte 2019 um 6,3 Prozent kleiner.

Hitzewellen haben dem Mais zugesetzt

Das Ministerium schränkt allerdings die Aussagekraft dieser ersten Schätzung zwei Monate vor Beginn der Ernte ein. „Hitzewellen und Dürren haben die Maiskultur besonders getroffen“, kommentieren die Fachleute. Sichtbar sei die geringere Blattmasse, ungewiss aber die Kornfüllung. „Eine Abwärtsrevision ist für die nächsten Schätzungen möglich“, stellt das Ministerium in Aussicht. Unsicher ist außerdem, ob Körnermaisflächen zur Silonutzung umgewidmet werden. Denn die als Silomais vorgesehenen Flächen bringen 2019 ebenfalls noch schwächere Erträge als vor einem Jahr.

Für Weichweizen geht Agreste jetzt von einer Ernte von 38,2 Mio. t aus. Im Vergleich zur Juli-Schätzung sind noch einmal 1,3 Mio. t dazugekommen. Die Ernte 2019 wäre 12 Prozent größer als 2018 und 8,1 Prozent größer als im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2018. Das Ministerium stuft das Ergebnis 2019 bereits als Rekord ein. Grund sind ausgedehnte Flächen und hohe Erträge. Höhere Erträge als im Vorjahr bringt in Frankreich 2019 auch der Hartweizen. Da jedoch die Fläche erheblich geschrumpft ist, sinkt die Ernte im Vergleich zum Vorjahr um fast 18 Prozent auf rund 1,5 Mio. t. Im mehrjährigen Vergleich fällt die Durumerzeugung um 16 Prozent zurück.

Gerste profitiert von hoher Fläche

Deutlich zugelegt haben 2019 die Ernten von Winter- und Sommergerste. Die Erträge sind höher als im Vorjahr. Bei Wintergerste kommt hinzu, dass zahlreiche ursprünglich für den Rapsanbau vorgesehene Flächen nicht bestellt werden konnten und für Wintergerste verwendet wurden. Die gesamte französische Gerstenproduktion wird voraussichtlich 13,4 Mio. t erreichen. Das Ergebnis steigt um fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 14,5 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt 2014 bis 2018.

Rapserträge noch niedriger als im Vorjahr

Eine herbe Enttäuschung ist die Rapsernte mit einem landesweiten Durchschnittsertrag von nur etwa 3 t/ha. Bei deutlich geschrumpfter Anbaufläche erreicht die französische Rapsernte 2019 kaum 3,5 Mio. t. Die Ernte wäre etwa 31 Prozent kleiner als 2018 und 33 Prozent kleiner als im Fünfjahresdurchschnitt.

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